Die Berliner Flughafengesellschaft soll einem Medienbericht zufolge bei der Planung ihrer fehlerhaften Entrauchungsanlage einem Hochstapler aufgesessen sein. Der vom BER-Chef Hartmut Mehdorn entlassene Chefplaner der Anlage 14, Alfredo di Mauro, soll nach Informationen des stern nur technischer Bauzeichner sein und nicht, wie bislang angenommen, Ingenieur. Di Mauros Anwalt habe dem Magazin bestätigt, dass sein Mandant lediglich über einen Gesellenbrief verfüge.

Dem stern zufolge behauptete di Mauro zunächst auf Anfrage, dass er über einen Ingenieursabschluss verfüge. Der Vorwurf der Hochstapelei sei "völlig absurd". Die Flughafengesellschaft hat sich bislang nicht dazu geäußert, mit welcher Qualifikation er sich dort vorgestellt hatte.

Mehdorn hatte Anfang Mai die Zusammenarbeit mit di Mauro beendet und damit begründet: "Er hat die Anlage 14 in ihrer vorliegenden, nicht funktionsfähigen Form geplant." Dem 52-Jährigen wurden schwere Mängel vorgeworfen. Die funktionsunfähige Entrauchungsanlage gilt als einer der Hauptgründe für die bislang nicht erfolgte Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin. Die sogenannte Anlage 14 soll alle Bereiche im Hauptterminal im Brandfall entrauchen und mit Frischluft versorgen.

Die Eröffnung des Flughafens wurde bereits mehrfach verschoben. Zurzeit ist kein Termin bekannt, wann der BER in Betrieb genommen werden kann.

Dem stern sagte di Mauro, er habe seit 2006 für das Flughafenprojekt gearbeitet und als freier Mitarbeiter einer Ingenieursfirma die Entrauchungsanlage geplant. Nach der Pleite der Firma 2010 hätten zwei von ihm geführte Firmen für die BER-Gesellschaft gearbeitet und bis 2013 Aufträge erhalten.

Wie das Magazin weiter berichtet, gab es gegen di Mauro bereits 2002 in seiner Heimatstadt Offenbach Betrugsvorwürfe. Ihm hätten dort die Gründer eines Ärztezentrums gekündigt: Wegen einer angeblichen Fehlplanung habe sich in der Tiefgarage des Sieben-Millionen-Projektes ein regelrechter See gebildet. "Er hat sich bei uns als Architekt vorgestellt", zitiert der stern eine Ärztin. Di Mauro bestritt den Vorwurf der Fehlplanung allerdings. Er habe sich dort zudem nicht als Architekt vorgestellt.