Auch fast sechs Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise befindet sich insbesondere der europäische Bankensektor weiter in einer kritischen Situation. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel. Weltweit habe die Branche sich zwar wieder stabilisiert. Allerdings bleibe die Lage gerade in Europa angespannt, heißt es im Jahresbericht der BIZ.

Demnach muss weiter viel getan werden, um die Banken widerstandsfähiger und ihre Geschäftsmodelle langfristig tragfähig zu machen. Gerade in Europa sei die hohe Verschuldung der Institute weiter ein Risiko.   

Allerdings räumt die BIZ ein, dass die Institute in der Euro-Zone zuletzt im Zusammenhang mit dem laufenden Bilanzcheck der Europäischen Zentralbank (EZB) diese Probleme verstärkt angingen, ihre Bilanzen aufräumen und problematische Anlagen abschreiben.

Zentrale Aufgabe der BIZ ist es, im Auftrag der Aktionäre wie der US-amerikanischen Fed oder der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Teil von deren Reserven zu verwalten. Dies macht sie zur einer Art "Bank der Zentralbanken". Ihr Jahresbericht gilt unter Fachleuten als eine wichtige Analyse von Weltwirtschaft, Geldpolitik und Finanzwirtschaft. 

Harter Bilanzcheck für Geldhäuser

Unterdessen kündigte die neue Leiterin der bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelten Bankenaufsicht, Danièle Nouy, den Kreditinstituten einen "harten" Stresstest an.

Die europäische Bankenaufsicht in Frankfurt am Main übernimmt zwar erst im November offiziell die Aufsicht über die Banken des Euro-Raums. Doch schon vorher müssen die wichtigsten Banken in einem Stresstest darlegen, wie sich extreme Krisenszenarien auf ihre Bilanz auswirken. Einen solchen Bilanzcheck soll es zukünftig einmal im Jahr geben.

Außerhalb des Euro-Raums – vor allem in den USA – haben sich die Gewinne der Banken im vergangenen Jahr laut dem BIZ-Bericht wieder deutlich verbessert. Dagegen sei in der Eurozone angesichts von Staatsschuldenkrise und der schwierigen Konjunktur die Ertragslage schwach geblieben. Insgesamt habe der Sektor weltweit seit der Krise seine Puffer verstärkt, indem Gewinne einbehalten wurden. Zugleich senkten die Banken ihren Bestand an Risikopositionen. Allerdings bemängelt die BIZ, dies habe auch an optimistischeren Risikomodellen der Geldinstitute gelegen. Sie forderte erneut mehr Transparenz.