Die Länder Russland und China haben ein Abkommen für die Gründung einer gemeinsamen Rating-Agentur unterzeichnet. In einem ersten Schritt werde die neue Institution gemeinsame Investitionsprojekte bewerten, kündigte der russische Finanzminister Anton Siluanow bei einem China-Besuch an. "Unsere Vorstellung ist, dass die Ratings völlig unpolitisch sind", hieß es in einer Erklärung des Ministeriums. Marktexperten vermuten hinter der Gründung jedoch politische Motive.

Russland und China haben die großen amerikanischen Agenturen Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch für ihre Bonitätsbewertungen wiederholt kritisiert. Sie vermuten politische Einflussnahme. So stufte S&P Russland Ende April deutlich herab – einige Wochen zuvor hatte das Land die ukrainische Halbinsel Krim eingegliedert.