Schiefergas ist Erdgas, das in Gestein gespeichert ist. Will man an den Rohstoff gelangen, muss man das Gestein aufbrechen. Dazu dient die umstrittene Fracking-Methode, bei der eine Lauge aus Wasser und Chemikalien in 1.000 bis 5.000 Metern Tiefer unter hohem Druck ins Gestein gepresst wird.

Die Schiefergas-Vorkommen in Europa gelten als relativ unbedeutend – in Deutschland liegt die Menge förderbaren Schiefergases nach Schätzungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) bei höchstens 2,3 Billionen Kubikmeter oder etwa 78 Billionen Kubikfuß. Zum Vergleich: In den USA, wo bereits seit einigen Jahren Fracking genutzt wird, werden die förderbaren Reserven auf 665 Billionen Kubikfuß taxiert.

Das geht aus einer Analyse des US-Energieministeriums hervor. Das Statistikportal Statista hat für ZEIT ONLINE die zehn Länder mit den größten Reserven aufbereitet. Demnach sind Schiefergas-Reserven vor allem in Nord- und Südamerika zu finden. Neben den USA stehen auch Kanada, Mexiko, Argentinien und Brasilien auf der Top-10-Liste.

Die weltweit größten Vorkommen aber finden sich in China. Die dort geschätzten 1.115 Billionen Kubikfuß entsprechen einem Anteil von 15,3 Prozent an den weltweiten Reserven. Geht man von der optimistischsten Schätzung der BGR aus, machen die förderbaren Schiefergas-Reserven in Deutschland hingegen gerade einmal 1,1 Prozent der globalen Vorkommen aus.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte kürzlich angekündigt, noch vor der Sommerpause eine gesetzliche Regelung zum Einsatz von Fracking zu schaffen. Wasserschutzgebiete sollen ausgenommen sein, außerdem will Gabriel eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorschreiben. Gegner fordern wegen möglicher Risiken für das Trinkwasser ein völliges Fracking-Verbot.