US-Präsident Barack Obama an einer Ölförderpumpe © Jason Reed/Reuters

Im vergangenen Jahr haben die USA so viel Öl produziert wie nie zuvor in der Geschichte des Landes. Der britische Rohstoffkonzern BP ermittelte, dass die Förderung um 1,1 Millionen Barrel pro Tag (13,5 Prozent) gesteigert wurde. Ein Grund für den historischen Rekord ist die umstrittene Fracking-Methode, von der die Vereinigten Staaten seit einiger Zeit vermehrt Gebrauch machen. 

Mit diesen Werten übertreffen die USA viele andere Ölförderländer. Im weltweiten Schnitt lag die gesamte Ölproduktion der BP-Studie zufolge 2013 nur um 560.000 Barrel am Tag (0,6 Prozent) über der des Vorjahres. 10,8 Prozent des weltweit gewonnenen Öls kamen aus den USA, 2012 waren es noch 9,6 Prozent. Nur Russland (12,9 Prozent) und Saudi-Arabien (13,1 Prozent) lagen weiter vorn. Russland steigerte seine Produktion 2013 um 1,3 Prozent, die Saudi-Arabiens sank um 1,1 Prozent.    

Weltweit höhere Nachfrage

Mit der vermehrten Gewinnung geht jedoch auch ein erhöhter Verbrauch einher. Mit einem Mehrverbrauch von 400.000 Barrel pro Tag nutzen die USA 2013 erstmals seit 1999 wieder mehr Öl als China. Damit wird knapp ein Fünftel des weltweit geförderten Öls durch die US-Amerikaner verbraucht. Weltweit legte die Nachfrage 2013 schneller zu als die Produktion: Im Schnitt stieg der Verbrauch um 1,4 Millionen Barrel am Tag (1,4 Prozent).

Mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent bleibt Öl somit also weiterhin der wichtigste Energieträger, auch wenn der Anteil 14 Jahre in Folge gesunken ist. Er lag noch nie so niedrig, seit BP im Jahr 1965 anfing, die Daten zu sammeln und auszuwerten. Aus erneuerbaren Quellen stammten 2013 BP zufolge 2,7 Prozent des Energieverbrauchs – auch das ist ein Rekordwert.

Fracking-Boom möglich

Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) wird der Boom von Fracking-Öl in den USA bis zum Ende dieses Jahrzehnts in anderen Ländern auftreten. Insbesondere in Staaten wie Kanada, Russland und Argentinien könne mit einer deutlichen Ausweitung der Förderung gerechnet werden. Einige Länder versuchten gar, die USA nachzuahmen, hieß es in einer Prognose der IEA.

Konkret wird erwartet, dass die Produktion mit Hilfe des Fracking-Verfahrens außerhalb der USA bis 2019 auf 650.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag steigt. Auch die USA sollen ihre Förderung steigern – die IEA rechnet mit einer Verdopplung der Menge auf fünf Millionen Barrel pro Tag. "Bis Ende des Jahrzehnts wird es Nordamerika möglich sein, zum Netto-Exporteur von Ölflüssigkeiten zu werden", sagte IEA-Chefin Maria van der Hoeven. Damit könnte die bisherige Abhängigkeit der USA von Energielieferungen der arabischen Golfstaaten Vergangenheit sein.

In Deutschland ist Fracking heftig umstritten. Bei der Methode werden tiefliegende Gesteinsschichten angebohrt. Das dort lagernde, eingepresste Öl oder Gas wird dann unter hohem Druck mit Hilfe von Chemikalien gelöst. Umweltschützer kritisieren das Verfahren, weil sie um das Grundwasser fürchten.