Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht in Deutschland angesichts der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) die Gefahr von Preisblasen am Immobilienmarkt. "Natürlich haben wir in Deutschland als Folge des sehr niedrigen Zinsniveaus und einer sehr niedrigen Inflationsrate Anzeichen ... für eine Preisentwicklung, die gefährlich sind und die wir sehr ernst nehmen müssen", sagte Schäuble nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Jack Lew in Berlin. Insgesamt gelte: "Auf Dauer ist das Maß an Liquidität zu groß und das Zinsniveau zu niedrig."

Die Entscheidungen der EZB hätten einen Zeitgewinn gebracht, seien aber kein dauerhafter Ersatz für notwendige Strukturreformen, sagte Schäuble. Europas Politiker müssten nun diesen Spielraum nutzen, den die Geldpolitik geschaffen habe.

Der US-Immobilienmarkt ist nach den Worten von Lew aus der Phase überhöhter Preise herausgekommen. Die Preise seien inzwischen weithin auf das Vorkrisenniveau gesunken. Die US-Regierung sehe es als wünschenswert an, wenn sich nun auf der Seite der Neubauaktivitäten mehr tun würde. 

Insgesamt habe die US-Wirtschaft nach dem schwachen ersten Quartal wieder Fahrt aufgenommen, sagte Lew. Weltweit sieht der US-Finanzminister ein Nachfrageproblem. Von daher sei alles gut, was die globale Nachfrage stärke. Dabei müsse aber eine Balance zwischen solider Finanzpolitik und nachhaltiger Wachstumsförderung gefunden werden.