Trotz anhaltender Gespräche im Schuldenstreit mit Hedgefonds hat die US-Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit von Argentinien auf das Niveau eines "teilweisen Zahlungsausfalls" nach zuvor CCC- herabgestuft.  Darunter versteht man, dass ein Schuldner eine Anleihe, Kreditrate oder andere Verbindlichkeiten nicht fristgerecht zurückzahlt, aber andere Verpflichtungen weiter erfüllt. Der Ausblick sei negativ, teilte S&P mit. Sollte das Land die Zahlung nachholen, könnte die Einschätzung abhängig von verschiedenen Faktoren wieder geändert werden.

Mit der auf seiner Website vorgenommenen Einstufung reagierte S&P auf das Versäumnis des Landes, rund 540 Millionen Dollar an Staatsschulden bei internationalen Gläubigern zu tilgen. Hinter dem Zahlungsausfall steht ein Streit zwischen Argentinien und zwei US-Hedgefonds, die einen Schuldenschnitt für das südamerikanische Land nicht mittragen und den Nennwert ihrer argentinischen Staatsanleihen verlangen. Dem Land, das bereits 2002 pleiteging, läuft bei den Verhandlungen mit den Gläubigern die Zeit davon. Um Mitternacht in New York (6 Uhr morgens am Donnerstag deutscher Zeit) läuft eine 30-tägige Frist zur Einigung ab. Verstreicht diese, dürften auch die anderen großen Agenturen Moody's und Fitch Argentinien als Pleitefall bewerten.

Der argentinische Wirtschaftsminister Axel Kicillof verhandelte in New York mit den Hedgefonds NML Capital und Aurelius, der Ausgang der Gespräche war unklar. Ein US-Bundesrichter hatte angeordnet, dass Argentinien erst 1,3 Milliarden Dollar an die beiden Fonds zahlen muss, ehe es die Forderungen der anderen Gläubiger begleichen darf. Buenos Aires verweigert aber die Zahlung an NML Capital und Aurelius, die argentinische Schulden nach der Staatspleite Ende 2001 billig aufgekauft hatten und nun den vollen Wert geltend machen.