Pipelines an einer Raffinerie in Leuna © Katja Buchholz/Getty Images

Die Wirtschaftssanktionen der EU gegen Russland werden nach Darstellung des Außenministeriums in Moskau unweigerlich zu höheren Energiepreisen in Europa führen. "Indem man sich in eine Sanktionsorgie begibt, stellt Brüssel nach eigenem Willen Hürden für weitere Kooperationen in einem so wichtigen Feld wie der Energie auf", hieß es in einer Erklärung. Dies sei ein unbedachter und verantwortungsloser Schritt.

Russland verurteilte die Verschärfung der Strafmaßnahmen seitens der EU scharf. Die Politik der EU stütze sich nicht auf "überprüfte Fakten", sie sei vielmehr "von Washington diktiert", so das Außenministerium. Die "antirussischen Sanktionen" zeugten von der Unfähigkeit der EU, eine eigenständige Rolle in der Weltpolitik zu spielen. Auch die in Russland tätigen Banken aus der Europäischen Union müssten negative Folgen fürchten. Die Sanktionen seien ein Verstoß gegen die Regeln der Welthandelsorganisation WTO.

Die EU und Deutschland decken rund ein Drittel ihres Energiebedarfs aus Russland. Am Dienstag hatten sich die EU-Staaten wegen der anhaltenden Ukraine-Krise auf härtere Wirtschaftssanktionen gegen Russland für vier Branchen geeinigt. Strafmaßnahmen im Gasgeschäft sind darin nicht enthalten, dafür aber Beschränkungen für Projekte zur Ölförderung. Kurze Zeit später verschärften auch die USA ihre Strafmaßnahmen. Der Westen wirft Russland vor, die Lage in der Ostukraine zu destabilisieren.

Die ukrainische Führung begrüßte die verschärften Sanktionen gegen Russland. "Dieser angemessene Schritt wird seine Wirkung zeigen", sagte ein Sprecher von Präsident Petro Poroschenko. Je nach Entwicklung der Krise in der Ostukraine erwarte die Regierung in Kiew weitere harte Strafmaßnahmen gegen Moskau.