Die Ukrainekrise hat drastische Folgen für die Handelsbeziehungen zwischen der Euro-Zone und Russland. Die Exporte aus den 18 Euro-Ländern gingen im ersten Quartal um beachtliche 13 Prozent zurück. Das zeigt unsere Infografik, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat. Die Euro-Staaten importierten auch weniger Waren aus Russland. Russland ist das einzige Land, das im Frühjahr sowohl bei Ein- als auch Ausfuhren einen Rückgang verzeichnete.  

Der Handel mit anderen wichtigen Partnern hat dagegen zugenommen. Besonders aus Polen, Tschechien und Ungarn importierten die Euro-Staaten vermehrt Waren und Güter. Eine Begründung könnte sein, dass so die Importe aus Russland teilweise kompensiert wurden.                

Eine Entspannung der Handelsbeziehungen ist nicht in Sicht an. Im Gegenteil: Erstmals haben die Staats- und Regierungschefs auf dem EU-Gipfel am Mittwoch Sanktionen gegen russische Firmen verabschiedet. Sie können nun nicht mehr mit europäischen Unternehmen handeln oder Finanztransaktionen tätigen. Welche Unternehmen genau betroffen sind, steht noch nicht fest – bis Ende Juli soll die EU-Kommission eine Liste der Firmen vorlegen.   

Bislang hatten sich die Sanktionen nur gegen Einzelpersonen gerichtet. Die EU verschärft nun also ihren Kurs. Zwar sind noch keine ganzen Wirtschaftszweige betroffen. Aber Kanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht bereits von einer "Vertiefung des wirtschaftlichen Anteils" der Sanktionen.