Russland hat inmitten wachsender Spannungen mit dem Westen einen Importstopp für Obst und Gemüse aus Polen verhängt. Die Einfuhr fast aller Sorten an Früchten und Gemüse sei vom 1. August an wegen Verstößen gegen die Lebensmittelsicherheit verboten, teilte die Agraraufsicht mit. Von der Produktion gehe eine Gefahr für die Verbraucher aus, hieß es in der Mitteilung. So sei in 90 Prozent aller überprüften Äpfel eine unzulässig hohe Belastung mit Pestiziden festgestellt worden. Das Verbot umfasst auch Birnen, Pflaumen und Kirschen sowie Kohl. 

Polen ist einer der wichtigsten Obst- und Gemüselieferanten für Russland. Nach russischen Angaben betrug allein der Import von Äpfeln, Birnen und Quitten aus Polen im vergangenen Jahr 776.000 Tonnen – im Wert von rund 427 Millionen US-Dollar.

Russland gab an, es habe seine Behörden mehrfach verwarnt. Beanstandet wurden auch Ungezieferbefall sowie fehlerhafte Lieferdokumente. 

Russland verhängt häufig Importstopps und führt dafür Gesundheitsbedenken an. Handelspartner sehen hinter solchen Schritten aber oftmals politische Motive. In den vergangenen zwei Monaten untersagte Russland bereits diverse Einfuhren aus der Ukraine und aus Moldau.

Kommentatoren sehen die Handelsblockade auch als Reaktion auf Polens Politik in der Ukraine-Krise. Polen gilt als einer der wichtigsten Partner der prowestlichen Regierung in Kiew und befürwortet Sanktionen gegen Russland – als Strafe für Moskaus Unterstützung der Separatisten in der Ostukraine.