In der Europäischen Union waren im Juli 24,85 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. Doch der Anteil der Erwerbslosen ist in beiden Geschlechtern nicht gleich groß, wie die jüngsten Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat zeigen. In der gesamten EU weichen die Quoten zwar nicht riesig voneinander ab – über alle 28 Länder hinweg liegt die Arbeitslosenquote der Männer bei 10,1 Prozent, von den Frauen sind 10,3 Prozent ohne Job. Schaut man sich aber einzelne Mitgliedstaaten genauer an, gibt es teils große Abweichungen.

Etwa in Kroatien: Hier ist der Anteil arbeitsloser Frauen um über vier Prozentpunkte höher als der der Männer ohne Arbeit. Nirgendwo sonst ist der Unterschied so groß – außer in Irland, doch dort ist es genau andersherum, denn es suchen mehr Männer als Frauen. Auch in Litauen sind erheblich mehr Männer als Frauen auf Jobsuche. Das zeigt die Infografik, die das Portal Statista auf Basis der Eurostat-Daten für ZEIT ONLINE erstellt hat. In Litauen und Irland fällt auf, dass die jeweiligen Quoten der Männer über EU-Durchschnitt liegen, die der Frauen hingegen darunter.

Die insgesamt höchsten Werte weisen nach wie vor Spanien und Griechenland auf. Aus Athen liegen allerdings als jüngste Daten nur die vom Mai vor, da waren 31,1 Prozent der Frauen und 24,2 Prozent der Männer arbeitslos. Das wirtschaftliche Gefälle in Europa schlägt sich auch am Jobmarkt wieder: Am niedrigsten sind die Quoten nach vergleichbarer EU-Rechnung in Deutschland und Österreich. In beiden Ländern sind 5,2 Prozent der Männer auf Arbeitssuche, unter den Frauen liegen die Quoten bei 4,6 Prozent (Deutschland) und 4,5 Prozent (Österreich).

Für Deutschland errechnete Eurostat insgesamt eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent. Der Wert, den die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg veröffentlichte, ist etwas höher, weil sie anders rechnet als die EU-Statistiker. Für Juli gab die BA eine Quote von 6,6 Prozent an, im August stieg sie laut BA-Angaben vom Donnerstag wegen der späten Sommerferien auf 6,7 Prozent.

Insgesamt zeigt sich ein Abwärtstrend. Vor allem in den kriselnden EU-Ländern im Süden sinken seit einiger Zeit die Arbeitslosenraten von Monat zu Monat. Laut Eurostat stagnierte in der EU insgesamt die Quote im Juli bei 10,2 Prozent. Im Juli 2013 lag sie aber noch bei 10,9 Prozent. EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor warnte vor Selbstzufriedenheit. Zwar gehe die Arbeitslosigkeit langsam zurück, es brauche aber mehr Anstrengungen, sagte Andor. Die Nachfrage müsse angekurbelt werden, es müssten deutlich mehr neue Jobs geschaffen werden.