In Berlin ist der Taxi-Konkurrent Uber mittlerweile verboten © Thomas Peter/Reuters

Die Gewerkschaften warnen vor "neuen Formen der Ausbeutung" durch die weite Verbreitung von Internetdiensten wie dem Taxi-Konkurrenten Uber. DGB-Chef Reiner Hoffmann kritisiert im Spiegel Onlineplattformen, die etwa günstige Fahrdienste oder Haushaltshilfen anbieten. "Bei vielen dieser Angebote auf den Plattformen geht es eher darum, dass vor allem die Vermittler dauerhaft schnelles Geld bei Umgehung aller Vorschriften verdienen", sagte Hoffmann. Dadurch entstünden "neue Formen der oftmals prekären Solo-Selbstständigkeit".

Mit Blick auf diese Situation fürchtet Hoffmann eine massive Schwächung von Arbeitnehmerrechten. "Die Politik muss dafür sorgen, dass Kündigungsschutz, Mindestlöhne, Arbeitsschutz und Arbeitszeitregeln auch für die neuen digitalen Angebote gelten", forderte er. Dabei kritisiert der DGB-Chef im Besonderen den umstrittenen und in Berlin mittlerweile verbotenen Fahrdienst-App Uber. "Wir reden hier nicht über ein gemeinnütziges Internetprojekt", sagte Hoffmann. "Denen geht es nur um eines: so viel Geld zu verdienen wie möglich."

Besorgt äußerte sich im Spiegel auch Wirtschaftsstaatsekretärin Brigitte Zypries. "Im Silicon Valley herrscht eine Goldgräberstimmung, und die Share-Economy wird nur positiv gesehen", sagte die SPD-Politikerin. "Die sozialen Folgen werden ausgeblendet." Es seien dringend etliche Punkte zu klären, darunter die ordnungsgemäße Versteuerung der Einnahmen sowie Haftungs- und Versicherungsfragen.