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Auch wenn die Euro-Krise in den vergangenen Wochen etwas aus dem Fokus geraten ist: Sie ist immer noch da. Abzulesen ist das unter anderem an der immer noch sehr hohen Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa.

In Griechenland und Spanien ist beispielsweise jeder zweite Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren ohne Job, wie unsere Infografik zeigt, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat. Eine ganze Generation könnte so verloren gehen, denn der ersehnte Aufschwung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die vielen internationalen Krisen (Gaza, Irak, Ukraine) haben weltweit zu einer wachsenden Verunsicherung geführt, die das immer noch sehr schwache Wirtschaftswachstum in Europa gefährdet. In Deutschland schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal sogar um 0,2 Prozent.

Schon seit einigen Jahren bezeichnen spanische Politiker aller Parteien die hohe Jugendarbeitslosigkeit als eines der größten Probleme des Landes. Dennoch geschah bislang relativ wenig. Die Regierung in Madrid beschloss im Juli Hilfen für Unternehmer, die junge Leute einstellen. Politiker aus Deutschland warben in Spanien für eine Übernahme des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Die Traditionen des spanischen Bildungssystems verhinderten jedoch, dass diese Idee sich in größerem Umfang durchsetzen konnte. 

In Griechenland will Regierungschef Antonis Samaras in kommenden Monaten 145.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Sie sollen mithilfe von EU-Mitteln und dem für 2014 erwarteten zaghaften Wirtschaftswachstum entstehen. In den nächsten Monaten sollen 600 Millionen Euro EU-Subventionen für neue Jobs – vornehmlich Ausbildungsplätze – nach Griechenland fließen. 

Forscher kritisieren die Spaltung des Arbeitsmarktes

In Italien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 40 Prozent. Der sozialdemokratische Regierungschef Matteo Renzi bemüht sich – bisher erfolglos – um eine Entspannung der Lage. Zeitarbeitsverträge sollen leichter verlängert, der Kündigungsschutz in den ersten drei Jahren ausgesetzt werden. So, und mit Steuererleichterungen, möchte er die Arbeitgeber entlasten. Durch EU-Gelder, 1,5 Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahren, erhofft sich Renzi eine bessere Grundlage zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit.

Derzeit sind einer Studie des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zufolge europaweit 7,5 Millionen junge Menschen ohne Ausbildung oder arbeitslos. Krisenländer wie Spanien, Italien oder Portugal sollten sich darauf konzentrieren, junge Menschen ohne Ausbildung zu qualifizieren, sagte ZEW-Chef Clemens Fuest bei der Vorstellung der Studie am Dienstag in Berlin. Auch bei Berufsberatung und Arbeitsvermittlung gebe es Nachholbedarf. Die Wissenschaftler kritisieren eine Spaltung der Arbeitsmärkte in Südeuropa. Während Festangestellte von starken Kündigungsschutzgesetzen profitierten, seien Berufseinsteiger oft nur befristet beschäftigt.