Die deutsche Wirtschaft verliert an Schwung – und das erstmals seit einem Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen April und Juni um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Nach dem rasanten Start ins laufende Jahr bekam die deutsche Konjunktur damit den von vielen Volkswirten erwarteten Dämpfer. 

Grund waren ein schwächelnder Außenhandel sowie ein Rückgang der Investitionen. Demnach stiegen die Exporte im Vergleich zum ersten Quartal weniger stark als die Importe. Das habe sich laut des Statistikamts negativ auf die deutsche Wirtschaftsentwicklung ausgewirkt. Dagegen hätten die privaten Verbraucher und die öffentlichen Haushalte ihren Konsum jeweils etwas gesteigert.

Im ersten Quartal hatte die Wirtschaft um 0,7 Prozent zugelegt. Die Statistiker hatten den Wert von ursprünglich 0,8 Prozent nachträglich nach unten korrigiert. Sie führen den Aufschwung zu Beginn des Jahres unter anderem auf das gute Wetter und kräftige Zuwachsraten zurück. So habe etwa die Baubranche vom milden Winter profitiert.  

Wirtschaft im gesamten Euro-Raum stagniert

Auch die Daten für den europäischen Währungsraum fallen schlechter aus, als erwartet. Wie aus jüngsten Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg hervorgeht, stagnierte die Wirtschaftsleistung der 18 Länder in der Eurozone. Experten hatten zuvor mit einem BIP-Wachstum von 0,1 Prozent gerechnet.

Vor allem eine Flaute in den drei größten Volkswirtschaften Deutschland Frankreich und Italien sorgte dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt im Währungsraum zwischen April und Juni auf dem Niveau des Vorquartals blieb. Anfang des Jahres waren die 18 Länder der Währungsunion noch um 0,2 Prozent gewachsen. Danach stieg allerdings die Unsicherheit über die Folgen der Ukraine-Krise und der gesamte Aufschwung fiel schwächer aus als erwartet.