Griechenland verzeichnet zum ersten Mal seit Jahren ein leichtes Wirtschaftswachstum. Nach Berechnungen des Zentrums für Planung und Ökonomieforschung (Kepe) in Athen lag es im zweiten Quartal 2014 bei 0,38 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.  

Motor des Wachstums sei hauptsächlich der Tourismus, der neue Rekorde erzielte, heißt es in dem Bericht. Im ersten Quartal 2014 war die Wirtschaft des Euro-Krisenlandes noch um 0,9 Prozent geschrumpft. Das war der geringste Rückgang seit Beginn der Krise. Im dritten und vierten Quartal soll es Kepe zufolge ein Wachstum von jeweils knapp 1,2 und 1,9 Prozent geben. Ende 2014 rechnet Kepe im Vergleich zum Vorjahr mit einem Wachstum zwischen 0,56 und 0,72 Prozent. 

Damit erfüllen sich Prognosen der EU-Kommission. Diese hatte den Griechen Anfang des Jahres ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent und damit den Gang aus der Rezession vorausgesagt.

Getragen wird der Aufschwung zum einen von einer boomenden Tourismusbranche: In den ersten fünf Monaten stieg die Zahl der ausländischen Besucher gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent. Zum anderen vom privaten Verbrauch: Obwohl die Einkommen der privaten Haushalte weiter rückläufig sind und in diesem Jahr auch noch die Renten weiter gekürzt werden sollen, geben die Griechen wieder mehr Geld aus. Die EU-Kommission prognostiziert, dass die Löhne und Gehälter der Griechen in diesem Jahr um 1,5 Prozent zurückgehen.

Griechenland war durch die internationale Finanzkrise in massive finanzielle Schwierigkeiten geraten und wurde mithilfe der Euroländer und des Internationalen Währungsfonds (IWF) mehrfach vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt.