Der Deutsche Beamtenbund, die Gewerkschaft der Beamten, warnt: Der Staat vernachlässige systematisch die Nachwuchsförderung. Das zeigen die Zahlen des dbb, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE aufbereitet hat. War im Jahr 2000 noch etwa jeder fünfte Beamte zwischen 45 und 54 Jahren alt, war es 2012 bereits jeder dritte. Sicher, die Beamten werden einfach älter. Aber zugleich würden keine jüngeren Kollegen eingestellt, klagt die Gewerkschaft. Im Gegenteil: Der Anteil jüngerer Beamter unter 34 Jahren ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen.

Entsprechend verschiebt sich die Alterspyramide. Zurzeit sind drei Viertel aller Beschäftigen im öffentlichen Dienst älter als 35 Jahre. In den kommenden zehn Jahren wird nach Prognosen des dbb jeder fünfte Beamte in Rente gehen. 

Die Folgen spüren auch die Bürger: In den Finanzämtern blieben zunehmend Steuerunterlagen liegen, weil die Verwaltung unterbesetzt sei, kritisiert die Gewerkschaft. In den Kindergärten fehle bald junges, engagiertes Personal. In Schulen falle Unterricht aus, weil älteren Lehrern Unterstützung durch junge Kollegen fehlt. Cyber-Kriminelle führten die Sicherheitsbehörden vor, die keine jungen IT-Experten einstellen würden. 

Der dbb fordert daher vom Bund, die Zahl der Ausbildungsplätze im öffentlichen Dienst radikal zu erhöhen. Auch die Einbindung von jungen Menschen mit Migrationshintergrund müsse besser klappen. "Wir müssen auch der Frage nachgehen, ob der öffentliche Dienst sich ausreichend um junge Menschen bemüht, die aufgrund ihres Migrationshintergrundes eine besondere interkulturelle Kompetenz haben", verlangte jüngst der dbb-Vorsitzende, Klaus Dauderstädt.