Deutschlands Exporteure haben im Juli Waren im Gesamtwert von 101,0 Milliarden Euro ins Ausland geliefert – das war der höchste jemals gemeldete Monatswert, teilte das Statistische Bundesamt mit. Besonders die Autobranche habe dazu beigetragen.

Die Ausfuhren stiegen ungeachtet der Russland-Sanktionen im Vergleich zum Juli 2013 um 8,5 Prozent, im Vergleich zum Vormonat zogen sie überraschend deutlich um 4,7 Prozent an. Das war der höchste Zuwachs seit mehr als zwei Jahren. Die Einfuhren fielen im Juli dagegen um 1,8 Prozent schwächer aus als im Juni, binnen Jahresfrist stiegen sie um 1,0 Prozent.

Die Ausfuhren in die nicht zur Euro-Zone gehörenden Länder der Europäischen Union – wozu etwa Großbritannien und Polen zählen – zogen im Juli mit 15,9 Prozent zum Vorjahresmonat besonders kräftig an. Die Exporte in die Euro-Länder wuchsen um 6,2 Prozent, die außerhalb der EU um 7,2 Prozent.

Späte Sommerferien helfen

Möglicherweise fällt die Exportstatistik wegen der späten Sommerferien so ausgesprochen gut aus. Die für einen Juli ungewöhnlich wenigen Ferientage hatten zuvor bereits die Industrieaufträge und die Produktion überraschend deutlich steigen lassen. "Es kann sein, dass die späten Sommerferien das Ergebnis besser aussehen lassen", sagte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. "So haben im industrie- und exportstarken Niedersachsen die Ferien einen Monat später als üblich begonnen."

Die deutsche Wirtschaft hatte gewarnt, dass europäische Sanktionen gegen Russland und von Russland verhängte Strafmaßnahmen wegen der Ukraine-Krise ihr Geschäft drücken könnten.