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Panzer aus deutscher Herstellung scheinen im Ausland besonders beliebt zu sein. Im vergangenen Jahr exportierte Deutschland militärische Ketten- und Radfahrzeuge im Wert von weit über zwei Milliarden Euro ins Ausland, weit mehr als jede andere Waffengattung. Das zeigt die Infografik, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat. Mit weitem Abstand folgen militärische Elektronik, Vorprodukte zur Herstellung von Rüstungsgütern und Bomben, Torpedos oder andere Flugkörper.

Betrachtet man nicht den Wert, sondern die Stückzahlen, führen Handfeuerwaffen made in Germany die Statistik an. Sie sind besonders umstritten, weil mit ihnen in Konflikten besonders viele Menschen getötet werden.

Die Grafik bezieht sich auf die Zahl der von der Bundesregierung einzeln genehmigten Exporte, so wie sie der amtliche Rüstungsexportbericht auflistet. Sammelgenehmigungen, wie sie laut Bundesregierung "besonders zuverlässigen Ausführern" erteilt werden können, sind nicht darin enthalten. Im vergangenen Jahr wurden Sammelgenehmigungen für Waffenexporte im Wert von etwas mehr als zwei Milliarden Euro erteilt; der Wert der Einzelgenehmigungen insgesamt ist deutlich höher. 

Insgesamt erteilte die Bundesregierung im vergangenen Jahr Einzelgenehmigungen für den Export von Waffen im Wert von rund 5,8 Milliarden Euro, das waren fast 25 Prozent mehr als 2012. Zählt man die Sammelgenehmigungen hinzu, kommt man auf Ausfuhren im Wert von 8,34 Milliarden, etwas weniger als im Vorjahr.

In der Kritik steht die Regierung, weil sie immer mehr Waffenexporte in sogenannte Drittstaaten zulässt. Das sind Staaten, die weder zur EU noch zur Nato gehören. Die Rüstungsausfuhren in diese Länder wachsen besonders stark. Umstritten sind beispielsweise die Lieferungen nach Indonesien, Katar oder Saudi-Arabien.

Die Ausfuhr in Konfliktgebiete ist eigentlich ausgeschlossen – zumindest in der Theorie. Man will vermeiden, dass Kriege durch deutsche Waffen angeheizt werden, heißt es. Doch der Grundsatz findet sich nur in den Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten; er hat keine Gesetzeskraft. Die Bundesregierung kann also Ausnahmen beschließen, so wie jetzt im Fall der Waffenlieferungen an die Kurden im Irak. Dennoch räumt selbst Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ein, dass diese Militärhilfe Risiken birgt. Die Waffen könnten in die Hände des Kriegsgegners fallen und den Konflikt verschärfen.