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Egal, ob in Deutschland, den USA oder Brasilien: Unternehmer klagen über zu hohe Steuern und Steuerbürokratie. Allerdings unterscheiden sich die Einschätzungen danach, wie weit entwickelt ein Land ist. In Industrienationen spielt die Höhe der Steuern eine größere Rolle für die Investmententscheidung als in den meisten großen Schwellenländern. Das zeigen Daten des Weltwirtschaftsforums, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE aufbereitet hat.

Die Daten beruhen auf einer Umfrage unter 14.000 Firmenlenkern aus 148 Staaten. Das Weltwirtschaftsforum in der Schweiz hat sie am Mittwoch in einer Studie zur Wettbewerbsfähigkeit von Staaten weltweit veröffentlicht, dem Global Competitiveness Report.

Auffällig ist: In Deutschland, den USA und Frankreich, alle drei etablierte Industrienationen, nennen Unternehmer Steuern als einen der wichtigsten Hinderungsgründe, um zu investieren. In Deutschland klagen sie aber nicht so sehr über die Höhe der Steuern, sondern über die Steuergesetze. Auch Bürokratie spielt in den Industriestaaten eine große Rolle. Anders dagegen die Situation in Entwicklungsländern wie Nigeria: Auch hier sind zwar Steuern ein Problem, allerdings schlagen sich Unternehmer noch viel stärker mit schlechter Infrastruktur und Korruption herum. In Brasilien wiederum scheint auch die Höhe der Steuern viele abzuschrecken.  

Spannend ist ein Blick nach Saudi-Arabien. In dem Land, das seine Wirtschaft vor allem mit Ölmilliarden finanziert, fehlt es an gut ausgebildeten Arbeitskräften. Firmenlenker bemängeln, dass sie keine Facharbeiter finden. Das treibt sie – neben den aus ihrer Sicht zu strengen arbeitsrechtlichen Auflagen – am stärksten um.

Auffällig ist ebenfalls die Lage in China: Dort klagen Unternehmer vor allem darüber, kaum Kredite aufnehmen zu können. Das mag daran liegen, dass der Finanzsektor vor allem in staatlicher Hand ist und Kredite zurzeit nur zögerlich ausgegeben werden. Auch die Korruption macht der Wirtschaft in China zu schaffen, sie ist das zweitdrängendste Problem.