Hamburg war schon in den neunziger Jahren eine alte Stadt. Rund 18 Prozent der Bevölkerung des Stadtstaats war schon damals über 65 Jahre alt. Seither ist der Anteil der Alten kaum gestiegen: Im Jahr 2012 lag er bei 19 Prozent. Das zeigt die Infografik, die das Portal Statista für ZEIT ONLINE aufbereitet hat.  

Nur ist Hamburg heute mit dieser Quote vergleichsweise jung. In fast allen anderen Bundesländern, mit Ausnahme von Berlin, liegt der Anteil der älteren Bevölkerung heute höher. Besonders stark gestiegen ist sie in Ostdeutschland. Dort sank die Zahl der Geburten nach der Wiedervereinigung schlagartig und dort wanderten viele junge, qualifizierte Leute auf der Suche nach Arbeit ab in den Westen. 

Aufgrund der Demografie könnte man sagen: In Ostdeutschland zeigt sich, was bald auf ganz Deutschland zukommt. Zum Beispiel ist dort der Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen und Pflege jetzt schon besonders hoch. Würde der Staat mehr Geld ausgeben, um die Versorgung zu sichern, wäre das ein gutes Konjunkturprogramm, sagt der Soziologe Klaus Dörre von der Uni Jena. "Die Senioren- und Gesundheitswirtschaft sind die Arbeitsplatztreiber. Im Moment sind sie unterfinanziert. Aber im Osten gäbe es die Möglichkeit, hier etwas zu unternehmen."