Die Lokführergewerkschaft GDL wird trotz eines neuen Angebots der Deutschen Bahn am Wochenende streiken. GDL-Chef Claus Weselsky sagte, die Offerte sei ein Scheinangebot, mit dem die Solidarität unter den Gewerkschaftsmitgliedern ausgehebelt werden solle. Es sei für Verhandlungen nicht geeignet.

Die Bahn hatte der GDL ein neues Angebot vorgelegt und gefordert, dass die Lokführer ihren Arbeitskampf am Wochenende aussetzen. Am Sonntag hätten die Bahn und die Gewerkschaft dann verhandeln können, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Das Angebot hatte eine dreistufige Gehaltserhöhung um fünf Prozent innerhalb von zweieinhalb Jahren sowie eine Einmalzahlung von rund 325 Euro vorgesehen. Dazu hätten 200 zusätzliche Lokführer eingestellt werden sollen, um Mehrarbeit abzubauen.

Außerdem hatte die Bahn mitgeteilt, sie sei bereit, mit der GDL auch über andere Berufsgruppen wie Zugbegleiter zu reden. Ein Sprecher der Bahn hatte aber gesagt, dass es Tarif-Konkurrenz verschiedener Gewerkschaften für die gleiche Berufsgruppe im Unternehmen nicht geben dürfe.

Die GDL hatte ihre Mitglieder zu einem Ausstand aufgerufen, der von Samstagmorgen (2.00 Uhr) bis Montagmorgen (4.00 Uhr) dauern soll. Im Güterverkehr der Deutschen Bahn begann der Streik bereits am Freitagnachmittag.

Die Bahn hat einen Notfall-Fahrplan ausgearbeitet, mit dem etwa ein Drittel des Verkehrs aufrecht erhalten werden könnte. Kunden sollen so eine gewisse Planungssicherheit bekommen.   

Durch bessere Verteilung von Personal und Zügen könne der Verkehr am Montagmorgen relativ schnell wieder normal laufen, sagte der Bahn-Sprecher. Dies habe aber auch zur Folge, dass bereits am Freitagnachmittag, bevor der Streik beginnt, Züge ausfielen.

Die Gewerkschaft fordert von der Bahn fünf Prozent mehr Lohn und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um zwei Stunden. In dem Tarifkonflikt geht es aber vor allem um einen Machtkampf zwischen GDL und Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Sie streiten darüber, wer für welche Mitarbeitergruppe die Verhandlungen führen darf.