Von links nach rechts: Die deutschen Minister Sigmar Gabriel (Wirtschaft) und Wolfgang Schäuble (Finanzen) sowie die französischen Minister Michel Sapin (Finanzen) und Emmanuel Macron (Wirtschaft) © Tobias Schwarz/AFP/Getty Images

Deutschland und Frankreich wollen mit gemeinsamen Vorschlägen einen stärkeren wirtschaftlichen Abschwung in Europa verhindern. "Wir wollen die Investitionen verstärken", sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble nach einem Treffen mit Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und Finanzminister Michel Sapin sowie Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Bis zum deutsch-französischen Wirtschaftsrat am 1. Dezember würden gemeinsame Vorschläge für mehr Investitionen erarbeitet.    

Allerdings vermieden die vier Minister genaue Angaben darüber, welches Land wie viel Geld investieren soll. Die beiden französischen Politiker hatten vor dem Treffen mit der Forderung für Aufsehen gesorgt, Deutschland solle 50 Milliarden Euro zusätzlich investieren, Frankreich würde im Gegenzug den gleichen Betrag in seinem Haushalt einsparen.  

Nach dem Treffen stellte der französische Finanzminister Michel Sapin klar, dass zu dem Thema keine Absprache getroffen worden sei. "Es gibt keinen Pakt. Jeder muss seine Verantwortung übernehmen." Wirtschaftsminister Macron relativierte zudem seine Forderung nach hohen deutschen Investitionen: "Ich habe nichts gefordert oder verlangt." Zugleich ergänzte er aber: "Deutschland hat mehr Kapazitäten als wir im Bereich der Investitionen."

Wirtschaftsminister Gabriel zeigte sich aufgeschlossen gegenüber dem Vorschlag, mehr Geld auszugeben. Deutschland habe bei den Investitionen einen Anteil von 17 Prozent an der Wirtschaftsleistung, Ziel seien 20 Prozent. Diese Lücke entspreche in etwa den 50 Milliarden Euro an Investitionen, die die französische Seite gefordert habe, rechnete Gabriel vor.  

Auch Schäuble hatte am Wochenende mehr Investitionen angekündigt. Nach seiner Vorstellung dürften diese aber nicht so hoch ausfallen wie von Frankreich vorgeschlagen – das oberste Ziel des Finanzministers ist es, dass Deutschland erstmals seit Jahrzehnten einen ausgeglichenen Haushalt erreicht.