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Wollen Sie Lehrer werden? Wer sich diese Frage stellt, wird sicher auch einen Blick auf die Gehaltstabelle werfen. Vergleicht man die Gehälter von Lehrkräften mit dem, was andere Vollzeitbeschäftigte mit einem universitären Abschluss verdienen, dann stellt man fest, dass die Lehrer in Deutschland ganz gut wegkommen: Ihr Gehalt liegt nur geringfügig unter dem von anderen Akademikern. Damit liegt Deutschland etwas über dem OECD-Durchschnitt, wie die Infografik zeigt, die das Portal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat.

Lehrer in Spanien und Südkorea verdienen rund ein Drittel mehr als andere Menschen mit Hochschulabschluss, während etwa in Österreich, Italien, der Slowakei und Tschechien die Gehälter der Lehrer erheblich unter dem Akademiker-Durchschnitt liegen. Allerdings gibt es Länder, in denen durch Zulagen oder Boni das Lehrergehalt kräftig steigen kann. Das ist etwa in der Slowakei der Fall.

Attraktivität des Berufs steigern

Zugleich zeigt die OECD-Studie auch, dass die Lehrergehälter je nach Bildungsbereich variieren. Je höher der Bereich angesiedelt ist, desto höher ist in aller Regel auch sein Gehalt. Entsprechend stark weichen die Lehrergehälter auch vom Durchschnittsgehalt aller Akademiker ab. Ein Grundschullehrer verdient im Schnitt 15 Prozent weniger, bei Lehrern der Sekundarstufe II sind es durchschnittlich nur noch acht Prozent.

Allerdings können Lehrer in den OECD-Ländern mit teils erheblichen Gehaltssteigerungen rechnen. Unter dem Strich verdienen etwa in der Sekundarstufe II Lehrkräfte im Alter zwischen 55 und 64 Jahren durchschnittlich 38 Prozent mehr als die 25- bis 34-jährigen Lehrer. Allerdings fanden die Forscher auch heraus, dass bei anderen Akademikern die Gehälter schneller steigen und mit fortschreitendem Alter also andere Tätigkeiten attraktiver werden.

Nach der Finanzkrise 2008 und den daraufhin wachsenden Staatsschulden wurde in vielen Ländern der Ruf lauter, Staatsausgaben zu senken, vor allem die Personalkosten im öffentlichen Dienst. Die Autoren der Studie warnen davor, Gehälter der Lehrkräfte zu kürzen, "da Gehalt und Arbeitsbedingungen wichtige Faktoren sind, wenn es darum geht, kompetente und hoch qualifizierte Lehrer anzuwerben, weiterzubilden und zu halten". Vor allem Länder mit alternder Lehrerschaft "könnten sich überlegen, attraktivere Anfangsgehälter und Karriereaussichten anzubieten".