Streik am Hauptbahnhof Berlin © Hannibal Hanschke/Reuters

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat zu einem weiteren bundesweiten Streik aufgerufen. Der Ausstand im Güterverkehr solle am heutigen Freitag um 15 Uhr beginnen, teilte die GDL mit. 

Der Personenverkehr wird das gesamte Wochenende betroffen sein. Dann beginnen in sieben Bundesländern in den Schulen die Herbstferien. In der Nacht zum Samstag sollen um 2 Uhr Streiks im Fern- und Regionalverkehr beginnen. Sie sollen bis Montag um 4 Uhr dauern.  

Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky forderte die Deutsche Bahn auf, "endlich ihre Blockade auf dem Rücken ihrer Kunden zu beenden und mit der GDL zügig über die vorliegenden Tarifverträge für das Zugpersonal zu verhandeln". Die Bahn wisse, "dass wir bereit sind, bei den inhaltlichen Verhandlungen auch Zugeständnisse zu machen". Eine Tarifeinheit sei mit der GDL aber nicht machbar.  

Die Bahn reagierte mit Unverständnis. "Die GDL läuft Amok", hieß es in einer Erklärung des Unternehmens. Ohne Not würden Millionen von Menschen die Ferien verdorben. Es werde immer deutlicher, dass es nicht um die Interessen der Lokomotivführer gehe, "sondern um Allmachtsfantasien eines Funktionärs". Die Bahn bezog sich damit auf Weselsky.

GDL fordert fünf Prozent mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten

Die Gewerkschaft fordert von der Bahn fünf Prozent mehr Lohn und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um zwei Stunden. In dem Tarifkonflikt geht es aber vor allem um einen Machtkampf zwischen GDL und Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Sie streiten darüber, wer für welche Mitarbeitergruppe die Verhandlungen führen darf. Die Bahn will konkurrierende Tarifverträge für eine Berufsgruppe vermeiden und fordert klare Zuständigkeiten.

Die Lokführer hatten ihre Arbeit in dieser Woche bereits am Mittwoch für 14 Stunden niedergelegt und damit den Zugverkehr in Deutschland teilweise lahmgelegt.