Zwei Frauen vor einem russischen Supermarkt auf Zypern © Yorgos Karahalis/Reuters

Russland geht gegen Unternehmen und Personen vor, die ihr Geld in sogenannten Steuerparadiesen parken. Die Regierung verabschiedete dazu ein entsprechendes Gesetz. Dieses ist Teil eines Maßnahmenkatalogs, mit dem Präsident Wladimir Putin russische Gelder aus dem Ausland zurückholen und wieder dem einheimischen Steuerrecht unterwerfen will.

Konkret verlangt das neue Gesetz, dass Russen, die mindestens 25 Prozent einer Firma im Ausland besitzen, Steuern dennoch in Russland bezahlen müssen. Halten mehrere russische Unternehmen oder Personen insgesamt mehr als die Hälfte an einem ausländischen Unternehmen, werden die einzelnen Anteilseigner schon ab einer Beteiligung von zehn Prozent in Russland steuerpflichtig. Schon im Zuge der Ukraine-Krise war der Druck auf viele Russen gewachsen, ihre Gelder und Firmen heimzuholen, um sie den Sanktionen des Westens zu entziehen.

Das Gesetz muss nun dem Parlament vorgelegt werden, das Änderungen daran vornehmen kann. Großer Widerstand gegen die Neuregelung wird aber nicht erwartet. Putin hatte seine Initiative bereits 2012 gestartet. Er war verärgert darüber, dass viele russische Unternehmen Firmensitze in Steuerparadiesen wie Zypern einrichteten, um Abgaben in Russland zu sparen.

Um die zyprische Hauptstadt Nikosia herum sind mehrere Tausend russische Firmen registriert. Die Dunkelziffer liegt vermutlich weit höher. Etwa 50.000 wohlhabende Russen leben auf Zypern. Auch russische Großkonzerne wie Gazprom, Norilsk Nickel, Severstal oder Lukoil betreiben Filialen dort. Immer wieder gibt es auch Gerüchte über Geldwäsche. Im vergangenen Jahr waren die russischen Geschäfte auf Zypern in die Kritik geraten, weil Zypern in der Wirtschaftskrise Milliardenkredite von der EU erhielt.  

Umgekehrt gilt Russland für viele EU-Bürger als steuerlich günstig. So beantragte etwa der französische Schauspieler Gérard Depardieu erfolgreich die russische Staatsbürgerschaft, um weniger Steuern zu zahlen.