Eigentlich ist es eine gute Nachricht. Der an diesem Montag von der Welthungerhilfe und ihren Partnerorganisationen veröffentlichte Welthunger-Index zeigt: Die Zahl der hungernden Menschen ist in den vergangenen Jahren in den meisten Ländern der Welt stetig gesunken. Am stärksten verbesserte sich die Situation in einigen asiatischen und afrikanischen Staaten, etwa Angola, Bangladesch, Ghana, Kambodscha, Malawi, Niger, Ruanda, Thailand, Tschad und Vietnam. 

Doch weltweit sind immer noch 805 Millionen Menschen unterernährt, sagen die Vereinten Nationen. Dem Index der Welthungerhilfe zufolge ist das Ausmaß des Hungers in 14 Ländern weiterhin "sehr ernst", in zwei Ländern stuft die Organisation die Lage sogar als "gravierend" ein. Das ist die schlechteste Kategorie, die möglich ist. In immerhin 39 Ländern gilt die Ernährungslage der Bevölkerung als "ernst".

Welche Länder am stärksten betroffen sind, zeigt unsere Karte, erstellt vom Portal Statista für ZEIT ONLINE. Man sieht: Vor allem in einigen afrikanischen und südasiatischen Ländern ist das Ausmaß des Hungers besorgniserregend hoch. Am schlechtesten geht es Burundi und Eritrea.

Lateinamerika wird von uns der Übersichtlichkeit halber gar nicht abgebildet, aber dort sind ohnehin fast alle Länder grün eingefärbt. Nur in Haiti und Guatemala gilt die Ernährungslage als "sehr ernst" oder "ernst". Allerdings konnte der Welthunger-Index auch nicht für alle Entwicklungsländer berechnet werden. Für die Demokratische Republik Kongo, Afghanistan und Somalia beispielsweise fehlten verlässliche Daten. Auch sie seien vermutlich stark vom Hunger betroffen, heißt es von der Welthungerhilfe. 

Industrieländer bildet der Index gar nicht erst ab. Er setzt sich aus drei Größen zusammen: der Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren, dem Anteil von untergewichtigen Kindern unter fünf Jahren an allen Kindern dieser Altersgruppe und dem Anteil der Unterernährten an der Bevölkerung insgesamt.

Der zeitgleich erscheinende Bericht legt einen weiteren Schwerpunkt auf den sogenannten verborgenen Hunger. Schätzungen zufolge betrifft er mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit, auch in den reichen Ländern. Meist leiden unter ihm die Armen, denen das Geld für eine ausgewogene Ernährung fehlt. Sie werden zwar satt, aber ihnen fehlen wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Verborgener Hunger kann die körperliche und geistige Entwicklung hemmen. So verstärkt er häufig die Armut.