Immer mehr Menschen im Rentenalter sind in Deutschland auf Sozialhilfe angewiesen. Ihre Zahl stieg 2013 um 7,4 Prozent auf 499.000. Das seien 34.500 mehr als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt mit. Damit seien drei Prozent aller über 65-Jährigen auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen. Das sind so viele wie nie zuvor. Die Grundsicherung im Alter entspricht dem Hartz IV für Arbeitslose, gezahlt werden derzeit 391 Euro im Monat plus Miet- und Heizkosten.

Auf die Grundsicherung angewiesen sind im Alter vor allem westdeutsche Frauen, weil ihre Rentenansprüche nicht ausreichen. 2013 bezogen laut Statistikamt 3,6 Prozent aller Frauen über 65 im Westen Deutschlands ergänzende Sozialhilfe. Bei den Männern waren es 2,7 Prozent. In den ostdeutschen Bundesländern einschließlich Berlin seien es bei den Frauen 2,2 Prozent und bei den Männer 2,0 Prozent der Altersgruppe gewesen.

Am stärksten verbreitet ist Altersarmut demnach in den Ballungszentren. Angeführt wird die Statistik von Hamburg: Dort beziehen 6,8 Prozent aller über 65-Jährigen Sozialhilfe. Danach kommen Bremen (5,9 Prozent) und Berlin (5,8 Prozent).

Weiter gestiegen ist auch die Zahl der 18- bis 64-Jährigen, die auf Dauer erwerbsgemindert und auf Sozialhilfe angewiesen sind. Ihre Zahl nahm laut Statistikamt um 28.000 auf 463.000 zu.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) forderte Reformen, um Altersarmut zu verhindern. "Wir dürfen nicht aus dem Blick verlieren, wie Altersarmut bekämpft und langfristig verhindert werden kann", sagte der AWO-Vorsitzende Wolfgang Stadler. Um zu verhindern, dass bei immer mehr älteren Menschen die Rente nicht zum Leben ausreicht, müsse der Niedriglohnsektor eingedämmt und ein weiteres Absinken des Rentenniveaus vermieden werden.