Es gibt sie, die arbeitslosen Akademiker, die von Hartz IV leben, offiziell Arbeitslosengeld II genannt. Aber viele der Hartz-IV-Empfänger sind eher schlecht ausgebildet. Mehr als 40 Prozent unter ihnen haben keine Berufsausbildung absolviert, etwas mehr als die Hälfte hat eine Lehre oder gar den Meister abgeschlossen, und nur rund sieben Prozent haben einen Hochschulabschluss. Unsere Infografik, vom Portal Statista für ZEIT ONLINE erstellt, zeigt den Vergleich. Der Unterschied zu den Arbeitnehmern, die kein Hartz IV beziehen, wird schon in der Schule deutlich. Etwa 13 Prozent der Hartz-IV-Empfänger schafften keinen Schulabschluss. Unter den anderen liegt die Rate nur bei drei Prozent. 

Wer Hartz IV erhält, ist aber nicht in jedem Fall ohne einen bezahlten Job. Vier Prozent haben sogar eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle, aber ihr Lohn reicht dennoch nicht zum Überleben. Deshalb haben sie zusätzlich Anspruch auf Unterstützung von Staat, ebenso wie viele Minijobber oder Teilzeitbeschäftigte. Zusammen stellen diese Aufstocker ein Viertel der Hartz-IV-Empfänger. Das besagen aktuelle Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB.

Auf Hartz-IV-Niveau zu leben, bedeutet materielle Einschränkungen: relativ viele der Hartz-IV-Empfänger verzichten auf eine warme Mahlzeit am Tag, sparen sich den Wintermantel oder die neue Lesebrille. Arbeitslose Hartz-IV-Empfänger fühlen sich auch häufig nicht in die Gesellschaft integriert. Zum Beispiel sind sie nicht so oft in Vereinen aktiv wie Erwerbstätige, die über ein höheres Einkommen verfügen.

Viele Langzeitarbeitslose mieden die Gesellschaft von Erwerbstätigen aus ganz praktischen Gründen, sagt der Jenaer Soziologe Klaus Dörre: "Wie wollen sie jemandem mit einem guten Job erklären, dass Sie ein Leben führen, in dem sie sich heute überlegen müssen, ob Sie ein Stück Käse einfrieren, damit Sie es in der kommenden Woche noch essen können? In dem Sie sich die Miete vom Mund absparen? ... Darüber können Sie nur mit Leuten reden, denen es ähnlich geht; alle anderen empfinden es als bedrohlich."