Die Commerzbank will negative Zinsen für Großkunden einführen. © Lisi Niesner/Reuters

Die Commerzbank führt als erste deutsche Großbank negative Zinsen auf die Guthaben großer Unternehmenskunden ein. Das Geld auf dem Konto würde sich dann nicht mehr vermehren, sondern weniger werden. Eine solche Gebühr behalte sich die Commerzbank "bei einzelnen großen Firmenkunden mit hohen Guthaben sowie bei Großkonzernen und institutionellen Anlegern" vor, sagte ein Sprecher. "Für Privat-, Geschäfts- und mittelständische Firmenkunden sind grundsätzlich keine negativen Zinsen geplant."

Die Commerzbank wolle die Höhe der Gebühr mit den Kunden individuell aushandeln. Der Sprecher bestätigte mit seinen Angaben einen Bericht des Wall Street Journal Deutschland.

Hintergrund der Entscheidung ist die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie verlangt seit Juni von Finanzinstituten, die Geld bei ihr parken, derzeit 0,2 Prozent Zinsen. Banken müssen also dafür zahlen, wenn sie überschüssige Reserven bei der EZB lagern – anstatt selbst einen Zins zu bekommen.

In Deutschland verlangt bislang nur die Skatbank, eine Direktbank-Tochter einer kleineren Volksbank aus Thüringen, negative Zinsen etwa für Guthaben auf Tagesgeldkonten von mehr als 500.000 Euro. Im Ausland haben einige große Finanzinstitute einen Strafzins angekündigt.