Eine Solaranlage in Inden, Nordrhein-Westfalen © Oliver Berg/dpa

Heiter bis wolkig, vereinzelte Gewitter: Der 1. August 2014 war alles andere als ein Sonnentag in Deutschland. Aber die Besitzer von Solaranlagen werden diesen Tag nicht nur wegen des durchwachsenen Wetters in Erinnerung behalten. Denn am 1. August trat das überarbeitete Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft. 

Seitdem ist in der Solarbranche nichts mehr, wie es einmal war. Wer sich im August 2014 eine neue, kleine Anlage aufs Dach packt, erhält für jede produzierte Kilowattstunde Strom, die er ins Stromnetz einspeist, 12,75 Cent. Zum Vergleich: Zu Hochzeiten lag die für 20 Jahre garantierte Vergütung bei 57,4 Cent. Allein im Vergleich zum Jahr 2012 wurde sie um mehr als 40 Prozent gekürzt. In anderen Branchen würde man wohl von einem Kahlschlag sprechen.

Und was machen die Deutschen, vor allem die Eigenheimbesitzer? Sie halten weiterhin an der eigenen Anlage fest. Jede fünfte Solarzelle, die im ersten Halbjahr 2014 installiert wurde, hatte eine Leistung von weniger als fünf Kilowatt – das ist die kleinste Klasse, die vor allem Hausbesitzer kaufen. Die Nachfrage von Privathaushalten sei weiterhin relativ stabil, heißt es beim Bundesverband Solarwirtschaft (BSW).

Der Grund für die anhaltende Beliebtheit ist simpel: Die große Koalition hat die Kleinanlagen zumindest teilweise von zusätzlichen Belastungen verschont. Denn wer den selbst erzeugten Strom auch selbst verbraucht, der muss seit dem 1. August auch Ökostromumlage zahlen. Für die Kleinanlagen gilt jedoch eine Bagatellgrenze. Sie sind von der neuen Solarsteuer, wie der Branchenverband die Neuregelung kämpferisch nennt, ausgenommen. 

Die Deutschen entdecken außerdem den Solarspeicher, um über Tag produzierten Solarstrom abends zu nutzen. Wer zur Tagesschau die Waschmaschine laufen lässt, kann sie aus eigener Energie betreiben und spart sich den Zukauf von Strom. Und staatliche Förderung gibt es noch dazu: Im Sommer gewährte die Förderbank KfW rund 600 Darlehen pro Monat – fast doppelt so viel viele wie noch im Frühjahr. Der KfW-Zuschuss liegt im Schnitt bei rund 3.300 Euro. Wer auf die Sonnenbatterie im Keller setzt, der will in der Regel den Kauf von Strom sparen. Das Kalkül, hohe Renditen dank lukrativer staatlicher Vergütung einzustreichen, ist immer seltener Ansporn.

Das Problem ist nur: Auch wenn das Privatkundengeschäft noch relativ solide zu sein scheint – im Gesamtmarkt spielt es nur eine untergeordnete Rolle. Die Kleinerzeuger machten im ersten Halbjahr 2014 gerade einmal drei Prozent der neu installierten Solarstromleistung aus.