Carsten Maschmeyer und der damalige Kanzler Gerhard Schröder bei einem Bundesliga-Spiel in Hannover © Morris Mac Matzen/Reuters

Der Gründer des Finanzvertriebs AWD, Carsten Maschmeyer, soll Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) rund zwei Millionen Euro für die Rechte an dessen Autobiographie gezahlt haben. Dass Maschmeyer die Buchrechte kaufte, wurde schon 2011 berichtet. Nach Informationen des Stern hat er allerdings nicht wie bisher bekannt eine Millionen Euro dafür gezahlt, sondern etwa das Doppelte. 

Zum Zeitpunkt der Zahlung war Maschmeyer Chef der damaligen AWD Holding AG, Schröder nicht mehr im Amt des Bundeskanzlers. Dem Stern liegen nach eigenen Angaben Tausende Dokumente vor, aus denen hervorgehen soll, wie nah sich Maschmeyer und Schröder bereits zu Zeiten der rot-grünen Bundesregierung standen. Sie sollen demnach Privates mit Geschäftlichen vermischt haben. Maschmeyer habe etwa seinen guten Draht zum Kanzler dazu genutzt, um sich immer wieder für eine Reform der Riesterrente einzusetzen.

Die Verhandlungen über den Kauf der Buchrechte begannen laut Stern im Sommer 2005, als Schröder im Wahlkampf gegen Angela Merkel stand. Als das Geschäft 2011 bekannt wurde, äußerte sich Maschmeyer zwar dazu, dementierte aber nicht die Summe von einer Millionen Euro. Im Dezember 2013 bestätigte er sie sogar im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung