Muss die Schweizerische Nationalbank (SNB) künftig mindestens 20 Prozent ihrer Vermögenswerte in Gold halten – und zwar unverkäuflich? Das fordern rechtskonservative Politiker in der Schweiz, am Sonntag stimmen die Eidgenossen darüber in einem Plebiszit ab. SNB und Ökonomen warnen davor, die Initiative "Rettet unser Schweizer Gold" anzunehmen: Die SNB würde damit unflexibel.

Wie viel Gold bunkert die Zentralbank mit Sitz in Bern und Zürich – und wie sieht es in anderen Ländern aus? Das zeigt die Infografik, die das Portal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat. Demnach besitzt die SNB aktuell 1.040 Tonnen Gold im Wert von mehr als 35 Milliarden Franken. Das entspricht rund sieben Prozent ihrer Bilanzsumme; der größte Teil der Bilanz besteht aus Devisenreserven. Sollte die Gold-Initiative angenommen werden, müsste die SNB nach eigenen Berechnungen etwa 1.800 Tonnen Gold ankaufen, für rund 70 Milliarden Franken.

Gemessen an der Bevölkerungszahl besitzt schon jetzt kein Land mehr Gold als die Schweiz. Pro Einwohner hat die SNB rund 127 Gramm des Edelmetalls. Zum Vergleich: In Deutschland sind es rund 42 Gramm je Einwohner. Absolut verfügen nur sechs Staaten über mehr Gold als die Schweiz, angeführt von den USA mit 8.133,5 Tonnen.

Auch wenn Gold mit Stabilität assoziiert wird: Tatsächlich ist der Goldpreis seit seinem Jahreshoch im März um etwa 16 Prozent auf zuletzt rund 1.200 Dollar je Feinunze (etwa 31,1 Gramm) gefallen. In der Hochphase der Euro-Krise im September 2011 lag der Preis sogar bei 1.920 Dollar. Sollten die Schweizer die Gold-Initiative annehmen, dürfte der Goldpreis wieder steigen – zumindest kurzfristig. Danach sieht es aber nicht aus. Jüngsten Umfragen zufolge befürwortet nur eine Minderheit der Schweizer "Rettet unser Schweizer Gold".