Die griechischen Gewerkschaften haben den Flug-, Bahn- und Fernverkehr in dem Land lahmgelegt. Mit ihrem 24-stündigen Generalstreik protestieren die Gewerkschaften gegen den Sparkurs der Regierung von Premier Antonis Samaras. Das Parlament will am 7. Dezember den Haushalt für das Jahr 2015 verabschieden. Dieser soll vorsehen, dass die Sparmaßnahmen fortgesetzt werden.

Die Gewerkschaft des Privatsektors GSEE teilte mit, dass sie Widerstand gegen den dogmatischen Zwang zur Sparpolitik leisten wolle. Der Regierung warf sie vor, den Arbeitsmarkt zurück ins Mittelalter führen zu wollen. Auch die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes, Adedy, rief ihre Mitglieder dazu auf, die Arbeit niederzulegen.

Dem Aufruf folgten auch die Fluglotsen. Der griechische Luftraum ist deshalb bis zum späten Donnerstagabend geschlossen. Sämtliche Flüge wurden annulliert. Aus der Hafenstadt Piräus liefen keine Fähren zu den ägäischen Inseln aus. Schulen blieben geschlossen, Ärzte in den staatlichen Krankenhäusern behandelten nur Notfälle. Tausende Griechen zogen durch die Innenstadt von Athen – zum Sitz der Regierung.    

Griechenland war 2010 durch einen mehrere Milliarden umfassenden Kredit der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds vor einer Staatspleite gerettet worden. Im Gegenzug verpflichtete es sich, die öffentlichen Ausgaben zu reduzieren, Steuern zu erhöhen und die eigene Wirtschaft zu reformieren. In diesem Prozess verschwanden 25 Prozent der Wirtschaft des Landes. Die Arbeitslosenquote stieg auf 26 Prozent, mehr als jeder zweite Jugendliche ist ohne Arbeit (60 Prozent).