Die Debatte über die Einführung einer Mietpreisbremse hat laut einem Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung das Gegenteil des Angestrebten befördert. Unter Berufung auf eine Studie des Berliner Instituts Regiokontext für die Bundestagsfraktion der Grünen schreibt die Zeitung, dass vor allem die Mieten in den städtischen Ballungsräumen künstlich befeuert anzögen.

Die Kurzanalyse des Mietmarkts in ausgewählten elf Städten – darunter Berlin, Freiburg, Hamburg, Köln, Leipzig und Mainz – ergab demnach, dass viele Mieten im Verlauf der politischen Diskussion und "zeitlich parallel zu den politischen Ankündigungen bezüglich einer Mietpreisbremse" oft deutlich anstiegen. Dies spreche dafür, dass die Vermieter, so lange sie noch könnten, vorsorglich handelten, um den möglichen Folgen eines solchen Gesetzes zu begegnen.

Die Berechnungen für die Analyse basieren auf verlangten Mietpreisen sowie dem jeweiligen Mietspiegel und beziehen auch die Auswirkungen einer Mitpreisbremse mit ein.

Der Grünen-Bauexperte Chris Kühn forderte die Regierung vor diesem Hintergrund zum raschen Handeln auf. "Durch die Ankündigungen ohne konsequente Umsetzung hat die große Koalition die Kosten immer wieder angeheizt", sagte er der Zeitung. Die Mietpreisbremse müsse nun schnellstmöglich in die Tat umgesetzt werden.

Der Bundestag berät heute über den Gesetzentwurf. Ziel ist, starke Mieterhöhungen bei einem Mieterwechsel einzuschränken. Die Regelungen sollen in der ersten Jahreshälfte 2015 in Kraft treten. Die Mietpreisbremse soll nur in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt gelten.