Gipfelpräsident Manuel Pulgar Vidal © Enrique Castro-Mendivil/Reuters

Nach tagelangen Verhandlungen hat sich die UN-Klimakonferenz auf erste Grundzüge für einen Weltklimavertrag verständigt. Die 195  teilnehmenden Länder beschlossen in der Nacht zu Sonntag Eckpunkte für den Vertrag, der im kommenden Jahr in Paris verabschiedet werden soll.

Nachdem die Teilnehmer länger als geplant über eine Einigung gestritten hatten, gibt es nun nur einen Minimalkonsens: Der Beschluss definiert nur sehr vage Kriterien für die Ziele zur CO2-Minderung. Umweltverbände sprachen von einem "gefährlich schwachen Text".

Perus Umweltminister Manuel Pulgar Vidal verkündete die Einigung am Sonntag unter dem Applaus der Delegierten. Die Konferenz, die am 1. Dezember begonnen hatte, sollte ursprünglich am Freitag enden, war dann aber verlängert worden. Hauptstreitpunkt war die Finanzierung. Die Entwicklungsländer warfen den reichen Industrienationen vor, sich aus der Verantwortung für die Kosten der von ihnen verursachten Schäden stehlen zu wollen.

Die 37 Seiten umfassende Vorlage enthält mehr Fragen als Antworten, denn sie listet zahlreiche unterschiedliche Optionen auf, die in Lima lediglich als erste Verhandlungsgrundlage anerkannt wurden. Die Details werden erst Anfang Dezember 2015 in Paris verhandelt.

Das übergreifende Ziel der Klimakonferenz ist es, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Nach Studien des Weltklimarates müssten die Emissionen dafür weltweit um 40 bis 70 Prozent bis 2050 reduziert werden, und auf nahe null bis Ende des Jahrhunderts.