Im internationalen Geschäft großer Unternehmen wird laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in der Regel mit dem Wissen der Geschäftsleitung bestochen. Das geht aus dem Foreign Bribery Report der OECD hervor. 

Der Bericht fasst Schlüsse aus der Untersuchung von 427 aufgedeckten Fällen seit 1999 zusammen, bei denen ausländische Behörden und Amtsträger Schmiergeld bekamen. 1999 war eine OECD-Konvention gegen Bestechung im Ausland in Kraft getreten.

Demnach hatten bei 41 Prozent der untersuchten Fälle führende Manager selbst bestochen oder die Bestechung abgesegnet. In zwölf Prozent der Fälle war die Unternehmensleitung direkt involviert. Drei Viertel aller Fälle von Auslandsbestechung liefen über Mittelsmänner oder -institutionen wie örtliche Vertriebspersonen, Makler oder Firmen in Finanzzentren in Übersee.

Die Summe des Schmiergelds machte durchschnittlich rund elf Prozent der gesamten Kosten des Geschäfts aus. Im Schnitt flossen knapp 14 Millionen US-Dollar pro Bestechungsversuch. Diese Zahlen seien aber nur die Spitze des Eisbergs, schreibt die OECD. Das reale Ausmaß internationaler Korruption sei wegen der komplexen Strukturen korrupter Geschäfte schwer zu erfassen.

Angestellte von Staatsbetrieben ganz oben auf der Liste

Bestechungsgeld fließe in der Regel eher in entwickelte Volkswirtschaften als in Entwicklungsländer. Sowohl Zahler als auch Empfänger stammen der Studie zufolge aus wohlhabenden Staaten. Ziel der Schmiergeldzahlungen sei, Verträge mit staatseigenen oder staatlich gelenkten Unternehmen zu schließen.

Fast zwei Drittel aller untersuchten Bestechungsfälle konzentrierten sich auf vier Sektoren: die Rohstoffindustrie (19 Prozent), das Baugewerbe (15), Verkehr und Lagerung (15) sowie Kommunikation (10).

Vor allem Angestellten staatseigener Betriebe wurde Schmiergeld versprochen oder gezahlt. Ziel von Bestechung seien auch oft Zollbeamte sowie Mitarbeiter von Gesundheits- und Verteidigungsbehörden. In fünf Prozent der Fälle wurden laut der OECD aber auch Staats- und Regierungschefs oder Minister bestochen – sie bekamen elf Prozent aller illegalen Zahlungen.