Arbeiter aus Osteuropa, die in deutschen Fleischfabriken arbeiten

In der deutschen Fleischindustrie werden osteuropäische Arbeiter mit Werkverträgen in großem Stil ausgebeutet. Dies sei nicht auf Einzelfälle beschränkt, berichtet die DIE ZEIT. Schätzungen gingen von mindestens 40.000 Werkvertragsarbeitnehmern in der deutschen Fleischindustrie aus, die unter anderem bereits 80 Prozent der Schlacht- und Zerlegearbeit erledigten.

In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gliederten Schlachthöfe und Wurstfabriken ganze Produktionsschritte an die Subunternehmer aus. "Dadurch ist ein Milliardenmarkt mit mafiösen Strukturen, Lohndumping und moderner Sklaverei entstanden", sagte der Oldenburger Sekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Matthias Brümmer.

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Nach Recherchen der ZEIT sind die Zustände für die Arbeiter erbärmlich. Sie wohnen teilweise zu hohen Mieten in umgebauten Ställen und kommerziellen Gebäuden, schlafen zu mehreren in einem Zimmer und müssen mitunter schichtweise ein Bett teilen. Die Arbeitszeiten gingen oft über das gesetzliche Ausmaß hinaus. Pausen würden nicht eingehalten. Wen die Subunternehmer vor die Tür setzen, der findet oft nur noch eine Schlafstatt im Wald. Diese Menschen seien in Niedersachsen als "Waldmenschen" bekannt.

"Wir haben es hier mit einer Schattenwelt zu tun, bei der die meisten wegsehen. Eine Geisterarmee haben wir erschaffen", sagt der Prälat von Vechta, Peter Kossen.