Die EU hat die Hürden für die Nutzung und den Import von Teersand herabgesetzt. Ein entsprechender Gesetzesentwurf der EU-Kommission passierte das Europaparlament. Der zuständige Ausschuss des Parlaments hatte zwar empfohlen, die Vorlage abzulehnen, bei der Abstimmung kam die für ein Veto erforderliche Mehrheit allerdings nicht zustande.

Mit den neuen Regeln werden für Importe von Treibstoffen aus Teersand keine wesentlichen Hürden gesetzt. Sozialdemokraten und Grüne hatten Beschränkungen für den Import gefordert.

Aus Teersand wird Öl gewonnen, aus dem dann Diesel oder Benzin erzeugt wird. Kritiker warnen vor Gefahren für das Klima und die Umwelt, etwa durch massive Entwaldung, um an Teersandvorräte heranzukommen.

Die EU hat sich verpflichtet, im Verkehr sechs Prozent des Kohlendioxidausstoßes (CO2) bis zum Jahr 2020 einzusparen. Das neue Gesetz regelt, wie die CO2-Werte verschiedener Kraftstoffe berechnet werden. Für herkömmlichen Diesel und Kraftstoff aus Teersand gilt ein pauschaler Wert. Er berechnet die Fortschritte bei der CO2-Einsparung – obwohl Diesel deutlich klimaschonender aus Erdöl erzeugt wird als Sprit aus Teersanden.

Größter Profiteur der neuen EU-Regelung ist Kanada, wo die größten Mengen an Teersand vorkommen. Kanada und die EU verhandeln zur Zeit auch über ein gemeinsames Freihandelsabkommen Ceta.