EZB-Chef Mario Draghi ist offenbar bemüht, Bedenken aus Deutschland gegen das erwartete Programm zum breit angelegten Kauf von Staatsanleihen der Euroländer auszuräumen. Es werde immer wahrscheinlicher, dass der Präsident der Europäischen Zentralbank Zugeständnisse an die Deutschen mache, um die Bundesregierung und die Bevölkerung zu besänftigen, berichtete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ohne konkreter Quellen zu nennen. Es werde daran gedacht, dass die nationalen Notenbanken jeweils nur die Staatsanleihen ihres eigenen Landes kauften: die Bundesbank also nur Bundesanleihen, die Banca d’Italia nur italienische Staatsanleihen, um zwei Beispiele zu nennen.

Zudem sollten Verluste, die möglicherweise irgendwann aus diesen Käufen entstünden, nicht wie bislang üblich auf die Notenbanken aller Länder verteilt werden. Vielmehr solle jede Notenbank für die Risiken ihres Landes allein haften – zumindest für die Hälfte. Das würde bedeuten, dass die Bundesbank und damit die deutschen Steuerzahler für den möglichen Ausfall italienischer oder französischer Staatsanleihen nicht oder nur teilweise haften müsste.

In Bundesbankkreisen hieß es dazu der Zeitung zufolge, dass ein Ausschluss der Verlustteilung nur eines von vielen Problemen beseitigen würde: das der gemeinsamen Haftung für mögliche Verluste. Es gebe aber weitere, grundlegende Bedenken gegen den Kauf von Staatsanleihen, nämlich hinsichtlich Notwendigkeit, Effektivität und Risiko. "Wenn die anderen Notenbanken riskante Papiere kaufen wollen, ohne dass Deutschland dafür haftet, dann sollen sie das tun", sagte CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs. Sinnvoller werde das Programm dadurch aber nicht.