Mehr als drei Viertel der Griechen sind dafür, ihr Land "um jeden Preis" in der Eurozone zu halten. Auf eine entsprechende Frage antworteten 75,7 Prozent der von dem Institut GPO Befragten mit "ja" oder "eher ja". Mit "nein" oder "eher nein" antworteten 22,3 Prozent. Die Umfrage wurde unter anderem von der Zeitung Kathimerini veröffentlicht.

Sollten die Gespräche zwischen einer neuen Regierung und den Geldgebern scheitern, so glaubt mehr als die Hälfte der Befragten, dass die Geldgeber einlenken und Forderungen Griechenlands akzeptieren würden.

Die Griechen sind aufgerufen, am 25. Januar ein neues Parlament zu wählen. Der in Umfragen führende Linkspolitiker Alexis Tsipras hatte angekündigt, falls er die Wahl gewinne, werde er die Sparpolitik seines Landes beenden. In der vergangenen Woche wurde spekuliert, ob Griechenland in diesem Fall aus dem Euroraum ausscheiden werde.

Der Spiegel hatte am Wochenende berichtet, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble es für verkraftbar hielten, sollte Griechenland aus dem Euro ausscheiden. Die Bundesregierung dementierte eine politische Kursänderung gegenüber Griechenland. Nach Informationen der ZEIT wird in Berlin und Brüssel bereits sondiert, wie ein möglicher Kompromiss mit Syriza-Führer Alexis Tsipras aussehen könnte.

Tsipras' Syriza-Partei kommt in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Alco auf 31,6 Prozent. Die konservative Nea Dimokratia von Premier Antonis Samaras erreicht 28,6 Prozent. Der Abstand zwischen beiden Parteien verkleinert sich. Dieser betrug in einer am 27. Dezember veröffentlichten Umfrage 3,3 Prozent. Die vom früheren Premier Giorgos Papandreou neu gegründete Partei würde an der Dreiprozenthürde scheitern.