In den fünf Jahren seit Ausbruch der Staatsschuldenkrise in Griechenland hat sich die Zusammensetzung der Gläubiger ziemlich verändert: Der Anteil öffentlicher Gläubiger hat zugenommen, was vor allem an den großen Rettungspaketen liegt. 227 Milliarden Euro flossen insgesamt bisher, teils als bilaterale Kredite der anderen Euroländer, teils über den Rettungsschirm EFSF und über den Internationalen Währungsfonds (IWF).

Private Gläubiger – also in erster Linie Banken – reduzierten dagegen ihr Engagement in Griechenland, wie in der Infografik zu sehen ist, die Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat. Vor allem der Schuldenschnitt im Frühjahr 2012 senkte die Forderungen der Geldhäuser erheblich: Im März 2012 einigte sich die griechische Regierung mit dem allergrößten Teil der Privatgläubiger auf einen Umtausch ihrer Anleihen. Dabei verzichteten die Privaten auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen, die griechische Schuldenlast sank um rund 107 Milliarden Euro.

Seit Ende 2012, dem Jahr des Schuldenschnitts, haben ausländische Banken ihr Engagement in Griechenland aber wieder leicht erhöht. Griechenland nahm vor allem wieder Kredite bei deutschen und britischen Banken auf, Institute anderer EU-Länder blieben zurückhaltend. Die Forderungen deutscher Banken waren Ende 2012 auf 5,3 Milliarden US-Dollar gesunken, wie die Infografik zeigt. Seither nahmen sie wieder bis Herbst 2014 auf 13,5 Milliarden Dollar zu.

Beobachter erklären diese Entwicklung mit dem sogenannten OMT-Programm, das der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, im Spätsommer 2012 ankündigte: Dabei kann die EZB Anleihen von Eurostaaten aufkaufen. Bisher beantragte kein Land Hilfe über OMT. Doch schon die Existenz des Programms habe das Vertrauen privater Investoren in Griechenland gestärkt, schreibt etwa Silvia Merler, Ökonomin beim Brüsseler Thinktank Bruegel.