Mietern steht Schadenersatz zu, wenn sie beim Verkauf ihrer Wohnung übergangen werden. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Die Richter gaben damit einer Hamburger Mieterin recht. Sie hatte auf 79.428 Euro geklagt und machte geltend, dass, als die Wohnung, in der sie lebte, 2011 verkauft wurde, sie jedoch nicht die Gelegenheit bekam, diese selbst zu erwerben.

Das Vorkaufsrecht solle den Mieter unter anderem davor schützen, dass ein Käufer ihn aus der Wohnung drängt, urteilte der BGH. Vereitle der Verkäufer das Vorkaufsrecht, könne der Mieter Schadenersatz verlangen.

"Der Bundesgerichtshof stärkt mit der heutigen Entscheidung die Rechte von Mietern, deren Wohnung in eine Eigentumswohnung umgewandelt und dann an einen Dritten verkauft wurde", sagte der Direktor des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten. Mieter haben ein gesetzliches Vorkaufsrecht, wenn ihre Wohnung veräußert wird. Unklar war, ob einem Mieter auch Schadenersatz zusteht, wenn er vom Vermieter nicht gefragt worden war, ob er die Immobilie kaufen wolle.

Den konkreten Fall wiesen die BGH-Richter an die Vorinstanz zurück. Das Hamburger Landgericht muss demnach die Umstände genauer prüfen, um festzustellen, ob, und wenn ja wie viel Schadenersatz der Frau gezahlt werden muss. Es ist im Revisionsrecht möglich, dass ein Kläger recht bekommt, der konkrete Fall aber aufgrund der Umstände anders entschieden werden muss.