28 Prozent – so groß war 2010 der Anteil der Euro-Mitgliedsländer an den weltweiten Exporten. Doch in den nächsten Jahren soll dieser Wert drastisch fallen. 2030 sollen es nur noch 20, 2050 sogar nur noch 16 Prozent sein. Gleichzeitig nimmt das Gewicht Asiens zu, glaubt man den Prognosen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Auf ihnen basiert die Grafik, die das Portal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat. Hier wird dargestellt, welche Anteile verschiedene Regionen am weltweiten Export haben.

Demnach steht nicht nur Europa unter Druck. Auch die Anteile der übrigen OECD-Staaten, darunter fallen etwa die USA und Australien, werden der Organisation zufolge in den kommenden Jahren sinken: von derzeit 29 auf 23 Prozent. Nutznießer dieser Entwicklung dürften vor allem die asiatischen Länder sein. Auch wenn sich in China das Wachstum derzeit verlangsamt: Langfristig sehen die Forscher den Anteil der asiatischen Länder am weltweiten Export von 17 auf 28 Prozent steigen. Auch Afrika soll profitieren, allerdings werde der Anteil des Kontinents nur leicht nach oben gehen. Einzig die Ausfuhren der lateinamerikanischen Länder sollen auf dem bisherigen Niveau verharren.

Die OECD rechnet mit einem starken Wachstum der Volkswirtschaften in Fernost. So dürfte auch der Exportanteil zulegen. Zudem rechnen die Experten damit, dass das Bevölkerungswachstum in den Schwellenländern die Nachfrage ankurbelt. In Asien und Afrika dürften die Lebensmittelexporte boomen, so die Einschätzung.

Bis 2050 soll der Welthandel insgesamt wachsen, vor allem wiederum in Asien, wo die OECD einen Anstieg des Frachtvolumens um bis zu 630 Prozent erwartet. In vielen anderen Weltregionen wie Europa soll diese Steigerung wesentlich schwächer ausfallen.

Der zunehmende Handel treibt die CO2-Emmissionen in die Höhe

Doch durch diesen Anstieg entstehen auch Probleme: Die CO2-Emissionen werden steigen, prognostiziert die OECD. Zum einen, weil viele Verkehre über die Straße rollen werden. Denn in den Schwellenländern gebe es oft nur schwach ausgebaute Eisenbahnnetze, die den Handelsanstieg nicht auffangen könnten. Zum anderen werde auch der Transport per Flugzeug zunehmen.