Die EU und Griechenland sollen kurz vor dem Sondertreffen der Eurogruppe an einem Zehn-Punkte-Plan arbeiten. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen. Beteiligt seien Mitarbeiter des griechischen Finanzministeriums, des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker und Vertreter der USA. Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) soll in diesem Plan keine Rolle mehr spielen.

Es gehe um zehn Maßnahmen, die eine Art Überbrückungsverpflichtung Griechenlands darstellen. Sie sollen am Mittwoch in Brüssel den 18 Partnerländern Griechenlands im Euro-Verbund vorgelegt werden. Sollten die Mitglieder der Eurogruppe dem Plan zustimmen, könnte die letzte Tranche der Hilfen für Griechenland, gut sieben Milliarden Euro, ausgezahlt werden. Damit könnte das Land seinen Verpflichtungen nachkommen und eine Pleite wäre abgewendet. Griechenland hat insgesamt rund 320 Milliarden Euro Schulden.

Regierungschef Alexis Tsipras hatte eine Verlängerung des Rettungsprogramms und der Sparauflagen bei einem Treffen mit dem österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann in Wien erneut abgelehnt. Am Vorabend hatte Tsipras in seiner Regierungserklärung eine Überbrückungsfinanzierung bis Juni gefordert. Seine Regierung benötige finanziellen Spielraum für die Zeit, in der neu über einen Ausweg aus der Schuldenkrise verhandelt werde.

Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis bezeichnete das bisherige Sparprogramm als "toxisch". Mit der Troika werde Griechenland nicht mehr verhandeln. Dies bedeute aber nicht, dass Athen die Institutionen der EU, des IWF oder der EZB nicht anerkenne.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Griechenland aufgefordert, ein klares Konzept zur Lösung der Schuldenkrise vorzulegen. "Was zählt ist, was Griechenland auf den Tisch legen wird, bei dieser Eurogruppe oder ein paar Tage später", sagte Merkel bei einem Besuch in Washington. Die deutsche Politik sei darauf ausgerichtet, dass Griechenland Mitglied des Euroraums bleibt. Aber zur finanziellen Solidarität der Europäer müsste es auch Eigenanstrengungen bei Reformen geben. 

Tsipras kündigte an, auch nicht krankenversicherte Griechen sollen sich in staatlichen Kliniken behandeln lassen können. Kein Arbeitsloser solle die Wohnung verlieren, weil er Kredite nicht mehr bezahlen könne. Ein höheres Eintrittsalter in die Rente oder Rentenkürzungen lehnte er ebenso ab wie die Privatisierung von Versorgungsbetrieben, Teilen der Infrastruktur oder Bodenschätzen.

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte mit der Rettungspolitik von EU und IWF abgerechnet. "Die Rettungsprogramme haben versagt", sagte Tsipras in seiner ersten Regierungserklärung vor dem Parlament und aus diesem Grund lehne er eine Weiterführung und damit die Verlängerung der Kredite ab.