Griechenland hat dem Betreiber des Containerhafens Piräus und seiner Muttergesellschaft Cosco Pacific in den vergangenen Jahren illegale Steuervergünstigungen gewährt. Zu diesem Ergebnis kommt die Europäische Kommission nach einer mehrjährigen Prüfung. Sie fordert von der jetzigen Regierung, die Beihilfen von dem begünstigten Unternehmen zurückzufordern. Jegliche noch bestehende Steuervorteile für den Hafenbetreiber müssten umgehend abgeschafft werden.

Von Seiten der Kommission heißt es, durch die Steuervorteile und andere Vorzugsbehandlungen seien andere Wettbewerber benachteiligt und damit EU-Recht verletzt worden. Unklar ist die Höhe des Betrages, den Griechenland zurückfordern soll. Die griechischen Geldsorgen würden damit aber wohl kaum behoben.

Der Hafen von Piräus ist der wichtigste Hafen des Landes. Bereits im Jahr 2009 hatte die Kommission Beschwerden erhalten, denen zufolge Griechenland dem Hafenbetreiber rechtswidrige staatliche Beihilfen gewährt habe.

Im Rahmen der Privatisierungsauflagen der Troika sollte der Hafen von Piräus nahezu komplett verkauft werden. Als potenzielle Käufer des 67-Prozent-Anteils waren von der ehemaligen Regierung von Antonis Samaras die chinesische Cosco-Gruppe und vier weitere Interessenten ausgesucht worden. Cosco betreibt am größten griechischen Hafen bereits zwei Fracht-Terminals.  

Die neue Regierung von Alexis Tsipras stoppte die Veräußerung einer Mehrheitsbeteiligung Ende Januar.  Was schon unterschrieben sei, werde zwar nicht zurückgenommen, versicherte die Regierung den Investoren. Den ganzen Hafen aber werde Cosco nicht bekommen.