Wer auch im Rentenalter arbeitet, tut dies nicht unbedingt aus ökonomischen Zwängen. Eine Studie, die vom Deutschen Institut für Altersvorsorge in Auftrag gegeben wurde, zeige keinen solchen Zusammenhang, sagte Autor Christian Pfarr bei deren Vorstellung. Für die Studie haben Wissenschaftler Daten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ausgewertet. 

Demnach arbeiten Menschen mit sehr geringen Renten nicht häufiger weiter in einem Job als Altersgenossen mit einem guten Lebensunterhalt. Im Gegenteil: Laut der Erhebung sind vor allem Rentner weiter erwerbstätig, die in einem Haushalt leben, der über ein durchschnittliches Nettovermögen von 250.000 Euro im Jahr verfügt.

Ein Unterschied macht allerdings der Bildungsgrad: Je gebildeter ein Rentner ist, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass er oder sie sich auch noch nach dem Renteneintritt weiter im Beruf engagiere, teilten die Forscher mit. Das habe auch damit zu tun, dass höher Gebildete oft Tätigkeiten nachgingen, die keine starke körperliche Belastung mit sich bringen, und dass sie in ihrem Berufsbild mehr Wahlmöglichkeiten für eine Weiterbeschäftigung nach dem Ende des regulären Berufslebens hätten.

Frauen steigen eher aus

Wer hingegen jung ins Berufsleben eingestiegen sei, arbeite im Alter eher selten weiter. Auch sei die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen weiterhin erwerbstätig blieben, niedriger als bei Männern. In den neuen Bundesländern sei eine Weiterbeschäftigung insgesamt seltener. Auch sinke die Tendenz, im Ruhestand weiterhin erwerbstätig zu sein, mit dem Alter des jeweiligen Partners.

Zurückgegangen sei in den vergangenen Jahren der zeitliche Umfang der Beschäftigung im Rentenalter, erklärten die Autoren der Studie: Vor zehn Jahren seien Rentner noch überwiegend in Vollzeit tätig gewesen. Heute gehe gut die Hälfte der erwerbstätigen Alten einer geringfügigen Beschäftigung nach, nur 20 Prozent arbeiteten noch Vollzeit.