Deutsche Exporte nach Russland brechen ein. Sie summierten sich in diesem Januar auf nur noch knapp 1,44 Milliarden Euro. Das sind gut eine Milliarde Euro oder 35,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Oktober 2009, als die weltweite Finanzkrise die Ausfuhren drosselte. Grund für den aktuellen Rückgang sind die von der EU verhängten Sanktionen gegen Russland nach der Krim-Annexion im Frühjahr 2014.

Der starke Einbruch kommt für Experten überraschend. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatte bislang ein Minus von maximal 15 Prozent erwartet, nachdem die Ausfuhren 2014 um mehr als 18 Prozent auf 29,3 Milliarden Euro gefallen waren. Deutschland liefert vor allem Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte nach Russland.

Russland steckt zudem in einer Rezession, während die heimische Währung Rubel kräftig abgewertet hat. Damit sinkt auch die Kaufkraft russischer Abnehmer, was ebenfalls die Nachfrage nach deutschen Waren drückt. Deutschland exportiert nicht nur weniger nach Russland, sondern importiert auch weniger aus dem Schwellenland. Die Einfuhren gingen im Januar ebenfalls um gut ein Drittel auf knapp 2,5 Milliarden Euro zurück.

Deutschland hat aber trotz des Minus im Russland-Handel und schwacher Konjunktur in den Euro-Partnerländern im vergangenen Jahr einen Rekord-Exportüberschuss erzielt. Mit einem Plus von 216,9 Milliarden Euro wurde der bisherige Höchstwert von 195,3 Milliarden Euro aus dem Jahr 2007 deutlich übertroffen.