Ausgewählte, gentechnisch veränderte Sojapflanzen dürfen die kommenden zehn Jahre in die EU importiert werden. © Juan Mabromata/AFP/Getty Images

Die EU-Kommission hat die Einfuhr von 19 gentechnisch veränderten Pflanzen erlaubt. Bei den sogenannten genetisch veränderten Organismen (GVO) handelt es sich um verschiedene Sorten Mais, Sojabohnen, Raps und Baumwolle sowie zwei Nelkenarten, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Sie können demnach sowohl in Lebens- wie auch in Futtermitteln genutzt werden. Die Kommission fügte hinzu, die Zulassung gelte lediglich für die Vermarktung, nicht aber für den Anbau der Pflanzen.

Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind die genveränderten Pflanzen unbedenklich. Weder die EU-Staaten noch die EU-Ausschüsse hatten laut Kommission mögliche Stellungnahmen für oder gegen die Einfuhr eingereicht.

Die nun zugelassenen genetisch veränderten Organismen können in den nächsten zehn Jahren verwendet werden. In der Praxis werden GVO-Importe, die von Monsanto, BASF und Bayer CropScience angeboten werden, vor allem in der Tiermast eingesetzt. Die Kommission verlängerte auch die Zulassung für sieben bereits genehmigte GVO-Pflanzen um weitere zehn Jahre. Hiervon profitieren neben Bayer auch Dupont und Dow AgroSciences.

In dieser Woche hatte die EU-Kommission den Mitgliedstaaten mehr Entscheidungsfreiheit bei der Verwendung von Gentechnik genehmigt. Nationale Regierungen dürften auch dann ein Verbot aussprechen, wenn die Verwendung EU-weit zugelassen sei, hieß es. Der Vorschlag muss noch vom EU-Parlament und dem Rat angenommen werden. Derzeit sind nach Angaben der EU-Kommission 58 gentechnisch veränderte Organismen für den Gebrauch in Lebens- und Futtermitteln in der EU zugelassen.

Die Bundesregierung lehnt den GVO-Anbau ab und ist derzeit dabei, ein nationales Verbot auszuarbeiten. In Deutschland werden bereits in großem Umfang GVO für Futter importiert. Kritiker fürchten Risiken für Umwelt und Gesundheit. Die Befürworter verweisen dagegen auf höhere Erträge durch die gentechnisch erzeugten Eigenschaften wie Resistenzen gegen Schädlinge und Unkrautvernichtungsmittel.