Die Bundesregierung arbeitet an einem Plan, der es erlauben würde, Griechenland auch im Fall einer Staatspleite im Euro zu halten. Nach Informationen der ZEIT fürchtet die Koalition in Berlin, dass die Regierung in Athen in den kommenden Wochen eine ihrer Zahlungsverpflichtungen möglicherweise nicht erfüllen kann. In einem solchen Fall müsste die Europäische Zentralbank (EZB) die Versorgung des Landes mit dem Euro einstellen.

In der vergangenen Woche konnte Griechenland nur knapp eine fällige Rückzahlung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) leisten. Der jetzt diskutierte Plan zielt darauf ab, es der EZB zu ermöglichen, Griechenland im Fall einer Pleite weiter zu finanzieren. Dazu würden die griechischen Banken soweit saniert, dass sie auch nach einem Staatsbankrott an den Geldgeschäften der Notenbank teilnehmen können.

Voraussetzung für ein solches Entgegenkommen sei aber, wie es heißt, dass sich Griechenland grundsätzlich kooperativ zeige und bereit sei, die Reformauflagen zu erfüllen. Wenn das nicht der Fall sei, werde die Bundesregierung einen Austritt des Landes aus der Währungsunion in Kauf nehmen. Auch dann soll Griechenland aber soweit möglich an Europa gebunden werden – etwa durch Hilfszahlungen aus Brüssel, die den Übergang zu einer eigenen Währung erleichtern.

Das Bundesfinanzministerium reagierte umgehend auf den Bericht. "Da kann ich nur den Kopf schütteln", sagte eine Sprecherin von Minister Wolfgang Schäuble (CDU). "Woran die Bundesregierung arbeitet, ist, dass die Eurozone erhalten und gestärkt wird."

Zu Spekulationen, von denen es dieser Tage wirklich viele gebe, könne sie keine Stellung nehmen oder diese kommentieren, sagte die Sprecherin weiter. Sie ergänzte aber auch, dass die Freigabe einer ausstehenden Kredittranche an die Regierung in Athen noch im April ausgeschlossen sei. 

Das Ministerium habe "mit Überraschung" wahrgenommen, dass es anscheinend in Athen falsche Erwartungen gebe. Dafür müssten noch Reformen mit Griechenland verhandelt und auch umgesetzt werden. "Niemand in der Eurogruppe geht davon aus, dass das bis zum 24. April abgeschlossen werden könnte."