In den deutschen Kindertagesstätten drohen unbefristete Streiks: Nachdem in Offenbach auch die fünfte Verhandlungsrunde über die Bezahlung des Kita-Personals ergebnislos blieb, kündigten die Gewerkschaften ver.di und GEW für die kommenden Tage eine Entscheidung über eine Urabstimmung zu unbefristeten Streiks der 240.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst an.

Zwar machten die kommunalen Arbeitgeber das Angebot, viele Kita-Erzieherinnen und -Leiterinnen höher einzustufen. Trotzdem drohte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) damit, die Gespräche für gescheitert zu erklären. "Die Arbeitgeber haben Runde für Runde blockiert", sagte GEW-Vorstandsmitglied Norbert Hocke. ver.di-Chef Frank Bsirske warf den Arbeitgebern vor, "jeden generellen Handlungsbedarf zur überfälligen Aufwertung der Tätigkeiten im Sozial- und Erziehungsdienst" zu leugnen. Es gebe immer noch kein verhandlungsfähiges Angebot.

Die Arbeitgeber wiederum warfen den Gewerkschaften mangelnden Verhandlungswillen vor und forderten sie auf, die Verhandlungen fortzusetzen. Bisher seien ver.di und GEW auf keinen Vorschlag eingegangen oder hätten in irgendeiner Weise Kompromissbereitschaft gezeigt. "Ihr Streik-Fahrplan scheint festzustehen. Inhaltliche Verhandlungen stören da offenbar eher", erklärte VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann.

Laut Hoffmann lag von Arbeitgeberseite ein "umfangreiches Papier" vor, das etwa für Erzieher in Aufgabenbereichen wie Inklusion oder Sprachförderung oder mit Fachweiterbildungen einen Aufstieg um ein oder zwei Entgeltgruppen oder von bis zu 443 Euro pro Monat in Aussicht gestellt habe. Kinderpfleger würden durch das Arbeitgeberangebot demnach bis zu 200 Euro pro Monat mehr verdienen, Kita-Leitungen bis zu 430 Euro.